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	<title>News</title>
	<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/</link>
	<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 20:02:38 +0000</pubDate>
	<ttl>43200</ttl>
	<description>Fußballbezogene Beiträge zu den Themen Gesellschaft und Ethik.</description>
	<item>
		<title>Ultras am Scheideweg – where do you go to my lovely?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/ultras-am-scheideweg-where-do-you-go-to-my-lovely-r525</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Immer öfter geistern in der letzten Zeit Artikel über die Radikalisierung der Fanszene durch die Medien. In den Boulevardblättern sind die Ultras schnell als die Schuldigen ausgemacht, selbige fühlen sich als Opfer. Zu dieser ohnehin schon undurchsichtigen Situation trägt auch die Exekutive ihr Scherflein bei. Eine Besserung der Situation ist nicht in Sicht, die Fronten verhärten sich zusehends.</em><br />
<br />
Wenn man Anfang der 90er-Jahre in Österreich ein Fußballstadion betrat kam es nicht selten vor das man die sprichwörtliche Stecknadel fallen hörte. Die ersten Ultragruppierungen waren zwar schon geboren, steckten fantechnisch allerdings noch in den Kinderschuhen. Dies änderte sich im Folgejahrzehnt radikal, die Ultras eroberten landesweit die Kurven und sorgten mit Choreos, pyrotechnischen Artikeln und bedingungslosem Support für ein nie da gewesenes Fußballerlebnis. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Anfänge</strong><br />
<br />
Die Anfänge der Ultrakultur liegen im Italien der 60er-Jahre. Anfang der 90er schwappte die Welle auch auf Österreich über und brachte eine völlig neue Definition des Fandaseins in den trostlosen Bundesligaalltag. Am Anfang oft als Modeerscheinung belächelt sind Ultras viel mehr als das. Fan zu sein heißt für die Ultras mehr als nur am Wochenende zum Fußball zu gehen, man lebt dieses Gefühl mit jeder Faser seines Körpers an jedem Tag der Woche. Wochenlang werden Choreografien vorbereitet, Gesänge getextet und einstudiert. Die Hingabe zu den eigenen Farben und die Liebe zum Verein sind für Ultras das höchste Gut. Von Anfang an wandten sie sich auch gegen die Kommerzialisierung des Fußballs, die just in jener Zeit zu ungeahnten Höhenflügen ansetzte. Zusammenarbeit mit dem Verein und der Polizei sind verpönt, wobei ersteres sehr flexibel gehandhabt wird. Vor allem aber tolle Choreografien und laute, kreative Fangesänge, machten sie alsbald zu einem nicht mehr wegzudenkenden Teil des Erlebnisses Fußball. Doch auch außerhalb der Stadien sorgten die Ultras rasch für Aufsehen. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen mit anderen Fanszenen, das „Fetzen ziehn“ wurde zum Trendsport. Noch sollten sich diese Nebenerscheinungen allerdings in Grenzen halten.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Radikalisierung </strong><br />
<br />
Mit dem Auftauchen der neuen Medien wurde die Gangart schlagartig härter. Jede Gruppierung konnte sich von nun an im Internet präsentieren und dieser Umstand wurde ausgiebig genutzt. Jeder wollte der Beste, Größte und Tollste sein. Um diesem Anspruch gerecht zu werden wurde der „Kampf“ auch immer mehr auf die Straße verlagert und ging weit über die üblichen „Capture the Flag“ Spielchen hinaus. Die Polizei reagierte auf diese, für sie neue Situation, mit überhartem und undifferenziertem Vorgehen was das gegenseitige Verständnis füreinander auf null reduzierte. Der, Anfangs positive, Grundtenor gegenüber den Ultras schlägt seitdem immer öfter in offene Anfeindungen um. Anstatt jedoch aus diesem Umstand zu lernen reagierte man beleidigt und forderte mehr Toleranz für sich ein. Gleichzeitig schaffte man es allerdings nicht sich selbst auf seine ursprünglichen Ziele zu besinnen und so der Gewaltspirale Einhalt zu gebieten. Anstelle dessen eskalierte die Situation immer weiter und gipfelt im Augenblick in einem strafrechtlichen Prozess gegen gleich 85 Angeklagte.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Status Quo und der Weg aus der Misere</strong><br />
<br />
Im Augenblick stellt sich die Situation in den Stadien verzwickt dar. Die Kommunikation zwischen Ultras, Fans und Vereinen ist auf ein notwendiges Minimum heruntergefahren und somit ist keine Besserung in Sicht. Die Gesetzgebung und die Vereine antworten mit immer weiteren Einschnitten in die Fankultur was die Lage weiter verschärft. <br />
<br />
Ein Ausweg wird sich wohl nur finden lassen wenn alle Seiten den Respekt und das Verständnis das man für sich selbst einfordert auch seinem Gegenüber entgegenbringen. Vor allem die Ultras sollten sich auf ihre Wurzeln und ihre ursprünglichen Ziele besinnen ansonsten töten sie diese wunderbare Sache und König Fußball schneller als es die Kommerzialisierung jemals könnte.<br />
<br />
Simon Bolivar, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 06 Oct 2011 23:40:01 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Vom Fußballplatz ins Gefängnis – Der populärste Nationalspieler Bahrains wartet auf seinen Prozess</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/vom-fussballplatz-ins-gefaengnis-der-populaerste-nationalspieler-bahrains-wartet-auf-seinen-prozess-r495</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Seit sechs Monaten wartet der bahrainische Nationalheld A'ala Hubail auf seinen Prozess, der hinter verschlossenen Türen unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Dem gelernten Sanitäter wird vorgeworfen, dass er an Demonstrationen gegen die Regierung teilnahm und verwundeten Demonstranten erste Hilfe leistete. Nach der Festnahme wurde der 68-fache Nationalspieler gefoltert und verletzt.</em><br />
<br />
<br />
Die Proteste in der arabischen Welt schwappten im Februar 2011 auf Bahrain über. Die Bevölkerung forderte eine neue Verfassung, einen Regierungswechsel, direkte Wahlen und ein Ende der zahlreichen Menschenrechtsverletzungen. Fast 70 Prozent aller Einwohner des Landes sind von staatlichen Berufen ausgeschlossen, da sie sich zum schiitischen Islam bekennen, während das Königshaus der sunnitischen Richtung des Islams angehört. Die Regierung ließ die Demonstrationen brutal niederschlagen – insgesamt wurden mehr als 30 Demonstranten getötet und tausende Menschen verhaftet.<br />
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<strong class='bbc'>VERHAFTET UND GEFOLTERT</strong><br />
<br />
Unter den Demonstranten befanden sich auch A'ala Hubail und sein Bruder Mohamed, der ebenfalls ein erfolgreicher Nationalspieler war. Vor etwa einem halben Jahr wurden beide Fußballer verhaftet und während Mohamed bereits zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, wartet sein Bruder noch auf seinen Prozess. Dieses Gerichtsverfahren wird unter dem Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden, sodass von einem fairen Verfahren keine Rede sein kann. A'ala Hubail wird nicht nur vorgeworfen, dass er an den Kundgebungen teilnahm, sondern auch, dass er verwundete Demonstranten verarztete! A'ala Hubail wurde am 05.April verhaftet und am 29. Juni bis zu seinem Prozessbeginn auf freien Fuß gestellt. Während seiner Zeit im Gefängnis wurde der Stürmer gefoltert und am Fuß verletzt. Sein Verein Al-Ahli musste ihn entlassen und selbst im Falle eines Freispruchs könnte A'ala Hubail ein Berufsverbot als Fußballer erhalten.<br />
<br />
A'ala Hubails Stern ging bei der Asienmeisterschaft 2004 auf, als er zusammen mit Ali Karimi den goldenen Schuh gewann und in der anschließenden Wahl zu Asiens Fußballer des Jahres den zweiten Platz erreichte. A'ala Hubail war nicht nur aufgrund seiner zahlreichen Tore bei den Fans äußerst beliebt, sondern auch weil er auf dem Platz hart arbeitete und viel für die Defensive tat. Er setzte die gegnerischen Verteidiger unermüdlich unter Druck und schien eine endlose Kondition zu haben. Für die Nationalmannschaft erzielte er in 63 Spielen 24 Treffer. <br />
<br />
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<strong class='bbc'>AUCH ANDERE SPORTIKONEN WARTEN AUF IHREN PROZESS</strong><br />
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Der amtierende König Hamad bin Isa Al Chalifa sieht es nicht gerne, wenn Prominente offen gegen das Regime auftreten und geht deshalb besonders hart gegen die Sportikonen des Landes vor. Einerseits verhaftete er zahlreiche Sportler, andererseits sorgte er dafür, dass weitere 200 Profisportler von ihren jeweiligen Vereinen auf die Straße gesetzt wurden. Es sollte kein Regierungskritiker mehr als Sportprofi arbeiten können. Im Vergleich zu anderen Verurteilten erwischte es Mohamed Hubail noch ganz gut, denn die Handballer Ali Mirza Salman und Mohammed Mirza Salman wurden zu jeweils 15 Jahren Haft verdonnert. Der Vater der beiden Brüder beklagte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass die Regierung Vorwürfe erfinden würde und dass seine Söhne unschuldig seien. Jaffar Abdulqader, der bekannteste Handballer des Landes, wartet hingegen noch auf seinen Prozess – genauso wie Tariq Al-Farsani (Bodybuilder), Ali Saeed (ehemaliger Nationaltormann) und Sayed Mohammed Adnan (79-facher Nationalspieler).<br />
<br />
<strong class='bbc'>FIFA DROHTE MIT SANKTIONEN – HANDELTE ABER NICHT</strong><br />
<br />
Am 24. Juni 2011 verlautbarte die FIFA, dass sie eine Anfrage bezüglich der inhaftierten Fußballer an die Regierung Bahrains stellte. Die Interventionen der FIFA verliefen im Sand und Kritiker werfen dem Weltfußballverband vor, dass er nicht entschieden genug gegen Bahrain vorging. Die Königsfamilie leitet nämlich auch den bahrainischen Fußballverband, welcher in der Region über jede Menge Einfluss verfügt und die FIFA-Präsidentschaftswahl mitentscheiden kann. <br />
<br />
Die Nationalmannschaft Bahrains galt in dem gespaltenen Land als Symbol der Einheit, da mehrmals betont wurde, dass innerhalb der Mannschaft verschiedene religiöse Richtungen keine Rolle spielen würden. Dieses Symbol hat keinen Wert mehr, da die Verhaftungswelle ausschließlich schiitische Spieler betraf.<br />
<br />
Stefan Karger, www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 12:07:19 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Wenn Jungs Blödsinn machen - wieso man Nikon El Maestro helfen sollte, anstatt ihn zu bestrafen</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/wenn-jungs-bloedsinn-machen-wieso-man-nikon-el-maestro-helfen-sollte-anstatt-ihn-zu-bestrafen-r477</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Laut seinem mittlerweile ehemaligen Trainer Peter Stöger ist Nikon El Maestro ein ruhiger, eher introvertierter Typ. Einer, dem man nicht böse sein kann, auch weil riesiges sportliches Potential in ihm schlummert. In Wiener Neustadt wird er dieses jedoch nicht mehr zur Schau stellen dürfen: Ein Gangsta-Rap machte ihm vorläufig einen Strich durch seine Fußballerkarriere.</em><br />
<br />
Das Genre des Gangsta-Rap: Zusammenfassend gesagt ist es ein wichtiger Eckpfeiler dieser Musikrichtung seine eigenen Schwächen nicht unbedingt offen zur Schau zu stellen, dafür aber Gewalt zu verherrlichen, diverse F-Wörter bis zum Überdruss zu verwenden und gegebenenfalls Mütter zu beleidigen, andere Rapper oder sonstige Prominenten oder weniger Prominenten mit dem Tod zu bedrohen. <em class='bbc'>Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.</em> <br />
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<strong class='bbc'>Immer mit einem Augenzwinkern</strong><br />
<br />
Doch auch wenn dieses Musikgenre im großen Maße von Selbstdarstellung lebt und Moral fast aus Prinzip ausgrenzt, hört man vielen Tracks der bekanntesten Vertreter der Richtung ein Augenzwinkern heraus, das von großer Intelligenz und Wortgewandtheit zeugt. Und gerade deshalb hat Gangsta-Rap viele Anhänger auf der ganzen Welt. Die Künstler sprechen das aus, was sich der Normalo nur zu denken traut und selbst wenn die Texte mal in eine rassistische, frauenfeindliche oder gewaltverherrlichende Kerbe schlagen, sind es der Wortwitz  und das vorhin beschriebene Augenzwinkern, die dem Zuhörer ein Grinsen aufs Gesicht zeichnen – nicht aber der Ernst der Inhalte.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Bei Nikon: Kein Augenzwinkern</strong><br />
<br />
Wie in jeder Musikrichtung gibt es auch im Gangsta-Rap talentierte und weniger talentierte Künstler. Bei Nikon El Maestros übertrieben selbstbewusstem Beitrag zum Genre, hat man nicht das Gefühl, dass der junge Kicker die in seinem Track angesprochene Chelsea Handler „dissen“ möchte, sondern ihr viel mehr den Hals umdrehen würde, hätte er die Gelegenheit dazu. Im Terminus „jüdische Hure“, so eine übersetzte Textstelle aus Nikons Rap, steckt eben kein Augenzwinkern.<br />
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<strong class='bbc'>YouTube-Star in jungen Jahren</strong><br />
<br />
Okay, Nikon El Maestro hat sich im Ton vergriffen, hat allgemein gesprochen ein Hobby, dessen Produkt nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist, wenn man vor hat, Profifußballer zu werden. Überhaupt in Zeiten, in denen alles von Medientraining, Außendarstellung und positivem Image spricht. Am Ende ist der in London geborene 18-Jährige aber trotzdem eine Art Bauernopfer. Nikon El Maestro, ehemals Nikon Jevtic, ist seit vielen Jahren ein YouTube-Star und schon als er zehn, elf Jahre alt war, erfreuten sich die Fans in aller Welt an den Videos, die den kleinen Nikon zeigten, wie er durch gegnerische Abwehrreihen tanzte, als wären die bis zu vier Jahre älteren Gegenspieler Hydranten. Der Erfolgsdruck für den jungen Offensivspieler <a href='http://www.abseits.at/index.php/page/index.html/_/fussball-national/bundesliga/ein-hoffnungsvolles-sternchen-vergluht-nikon-el-maestro-von-wiener-neustadt-vor-die-tur-gesetzt-r467' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>wurde schon damals auf ein ungesundes Level gehoben</a> – Nikon hört nicht nur seit seinem 10. Lebensjahr welch großartiger Fußballer ist, er steht auch seitdem in der Öffentlichkeit und wird von neugierigen Internet-Nutzern mit Argusaugen beobachtet.<br />
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<strong class='bbc'>Wenn Jungs Blödsinn machen</strong><br />
<br />
Wie ein Fußballer mit Druck umgeht, ist ein wichtiger Indikator dafür, ob er „es schafft“ oder nicht. Man hört auf nationaler und internationaler Ebene von jungen Fußballern, die mehr Gefühl im kleinen Zeh haben, als langjährige, gestandene Bundesligakicker in beiden Beinen. Und trotzdem ist Talent nicht alles – es zieht einen Fußballer nicht aus dem Dreck, wenn der autoritäre Vater noch mehr Einsatz fordert. Talent macht einen nicht glücklich, wenn man unglücklich ist. Die Ersatzbefriedigung in schweren Zeiten ist bei jungen Fußballern genau dieselbe, wie bei allen anderen jungen Menschen: Man macht Blödsinn, egal welcher Art. Man lässt sich am Wochenende volllaufen, sucht Streit in Klubs, fährt schon mal ein Auto oder Moped zu Schrott – oder lässt Dampf ab, indem man in einem Rapvideo eine ebenso unliebsame wie unnahbare Unbekannte beleidigt. Die Moral von der Geschichte: Man sollte Nikon El Maestro nicht wegen seines Gangsta-Raps verteufeln, sondern darüber nachdenken, wieso eines der vermeintlich größten Fußballtalente seiner Zeit mit 18 Jahren damit auffällt, ein aggressives Musikvideo zu veröffentlichen und nicht damit, Woche für Woche in der Kampfmannschaft eines Top-Klubs zu spielen. Die Suche nach der Ursache sollte in Nikons früher Kindheit beginnen. Die wenigsten Kleinkinder kommen auf lange Sicht mit dem Druck zurecht, dem Nikon El Maestro Zeit seiner Fußballerkarriere – die noch gar nicht richtig begonnen hat – ausgesetzt war.<br />
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<strong class='bbc'>Soziale Hilfe für Nikon notwendig</strong><br />
<br />
Mit dem Rausschmiss beim SC Wiener Neustadt wurden dem jungen Talent seine Grenzen aufgezeigt – obwohl es wichtiger gewesen wäre ihm zu helfen. Nicht unbedingt auf sportlicher Ebene oder durch möglicherweise verfrühte Einsätze, sondern auf sozialer Ebene. Der 18-Jährige sah Schulen nur selten von innen, konnte sich im Laufe seiner Jugend nie länger an soziale Gefüge gewöhnen. Und das fällt dem ruhigen Eigenbrödler jetzt auf den Kopf. Auf dem gemeinsamen Gebiet des Scouting und Relocating spricht man davon, dass es manchmal besser ist, komplizierte oder schwierige Fußballer zu verpflichten. Sie sind billiger, weil sie von vielen Klubs gemieden werden und können zu Leistungsträgern werden, wenn man es schafft, sie richtig zu behandeln. Ein klassisches Beispiel: Ilco Naumoski spielt seit über sechs Jahren durchgehend beim SV Mattersburg und ist für die Burgenländer ein wertvoller Spieler, auch wenn sein Charakter nicht selten kontrovers diskutiert wird. Klassischer Tribünentalk: „Wenn der was im Hirn hätt‘, würd‘ er ganz woanders spielen.“<br />
<br />
<strong class='bbc'>Ursachen verstehen, Reaktion hinterfragen</strong><br />
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Beim SC Wiener Neustadt ist man das Managen schwieriger Charaktere offenbar nicht gewöhnt und so wählte man den einfachen Weg: Man warf Nikon El Maestro aus der Mannschaft. Unverhältnismäßig. Auf den 18-Jährigen, den man ohnehin nur „versuchte“, um zu schauen, ob er im Gefüge einer Profimannschaft den Biss bekommt, den er für eine große Karriere benötigen würde, kann der niederösterreichische Klub leicht verzichten. Hätten Kapitän Tomas Simkovic oder Mittelfeldorganisator Mario Reiter einen derartigen Rap publiziert, hätte man es bei einer Geldstrafe für den betroffenen Spieler belassen… wenn überhaupt. Nikon El Maestro ist allerdings ein Opfer seines Rufs und seines Umfelds und somit leichter zu vernachlässigen. Es steht außer Frage, dass El Maestro einen dummen Fehler beging, aber kaum jemand versucht die Vorgeschichte zu verstehen und kaum jemand stellt die Reaktion seitens des Klubs in Frage. <br />
<br />
Daniel Mandl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 10:52:10 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Ralf Rangnick: Bewusstseinserweiterung im Fußball - Enkes Erbe?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/ralf-rangnick-bewusstseinserweiterung-im-fussball-enkes-erbe-r473</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Ralf Rangnick ist als Trainer des FC Schalke 04 zurückgetreten. Aufgrund eines Erschöpfungssyndroms trat der Coach der Gelsenkirchener zurück, die Gesundheit gehe laut einer Pressemitteilung auf jeden Fall vor. Die umfassende Begrüßung des Entschlusses des "Fußballprofessors" wäre wohl vor ein paar Jahren noch undenkbar gewesen.</em><br />
<br />
Claudia Heil (Judo), Kenny McKinley (Football), Robert Enke (Fußball), Dimitri de Fauw (Radsport), Darren Sutherland (Boxen), Arturo Gatti (Boxen), Mike Whitmarsh (Beachvolleyball), Christophe Dupouey (Mountainbike), Adam Ledwon (Fußball), Steffen Krauß (Fußball), Sergi Lopez (Fußball), Mikael Ljungberg (Ringen), Marco Pantani (Radsport) - die Liste derer, die mit dem Spitzensport nicht fertig werden, ist lang. Mit dem Freitod von Robert Enke wurde aber zumindest ein Tabu gebrochen: Es wird darüber geredet. Buffon, Adriano, Biermann - bereits einige Fußballprofis bekannten sich zu der Krankheit und redeten darüber.<br />
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<strong class='bbc'>Rastloses Rumpelstiltzchen</strong><br />
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Der 54-jährige Fußballtrainer Rangnick wiederum jettete seit seinem Antritt als (Spieler-)Trainer bei Viktoria Backnang 1983 durch die Fußballwelt, rechnete den Fußball penibel aus, brachte dem Lieblingsnachbarn die Viererkette bei und bildete sich in Zeiten ohne Engagement privat weiter. An der Linie stand er selten, viel mehr kannte und kennt man ihn wild gestikulierend und schreiend, selten zufrieden mit dem Gesehenen. Damit ist nun aber Schluss. Nichts geht mehr und das ist gut so. Tönnies, Heldt, Medien, Kollegen - allerorts wird der Beschluss des "Professors" begrüßt.<br />
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<strong class='bbc'>Enkes Erbe?</strong><br />
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In der Krankheitsklassifizierung der UNO, dem Index ICD-10, wird das Erschöpfungssyndrom, auch "Burn-out" genannt, als „Ausgebranntsein“ und „Zustand der totalen Erschöpfung“ mit dem Diagnoseschlüssel Z73.0 erfasst. Desillusionierung und Apathie, psychosomatischen Erkrankungen und Depression oder Aggressivität und eine erhöhte Suchtgefährdung sind Symptome der Krankheit. Jahrelang wurde im Spitzensport totgeschwiegen, dass es derartige Krankheitsbilder gibt, erst der Tod des deutschen Nationaltorwarts Robert Enke schaffte ein Bewusstsein für psychische Erkrankungen. Der deutsche Psychiater Dr. Manfred Lütz beschreibt das Problem mit der Psyche mit folgenden Worten: "Was wir brauchen, ist mehr Aufklärung über psychische Krankheiten, dann hätte sich Robert Enke in seinen gesunden Zeiten vielleicht mit seiner Erkrankung an die Öffentlichkeit getraut. Ein Drittel der Deutschen erleidet irgendwann im Leben eine psychische Störung."<br />
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<strong class='bbc'>"Übermenschen"?</strong><br />
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Gerade im Fußball neigen die Fans dazu, die angebeteten Kicker auf Podeste zu heben, deren Fundamente tönern sind. Formschwächen werden überhart kritisiert, die Ausnahme zur Regel erkoren. Der Satz "mens sana in corpore sana" stimmt nicht. Sportler sind Menschen mit emotionalen und psychischen Höhen und Tiefen, nur werden sie ihnen nicht zugestanden. Egal wo die Depression herrührt, geben darf es sie nicht. Der Mensch im Privatissimum darf schwach sein, weinen, sich auskotzen. Für Menschen öffentlichen Interesses gilt dies nicht. Die zu "Übermenschen" stilisierten Sportler leben den unfassbaren Umgang mit der Berühmtheit zur Freude des Boulevards manchmal putzig aus - Wayne Rooney tankt Benzin in den Dieselmotor, Marko Arnautovic stellt sich ins Halteverbot -, über die andere Richtung des Pendels wird aber selten gesprochen.<br />
<br />
Es bleibt Ralf Rangnick zu wünschen, dass er den Schritt, mit seiner Krankheit an die Öffentlichkeit zu gehen, früh genug gesetzt hat. Die These, dass er dies ohne Robert Enkes Freitod nicht getan hätte, steht im Raum und es ist begrüßenswert, dass in der Glamourwelt des Fußballs nicht mehr nur über Meniskusrisse und kaputte Knöchel berichtet wird, sondern auch über die psychische Gesundheit.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 15:23:20 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Eintritt nur für Frauen und Kinder – Diskriminierung oder geniale Lösung?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/eintritt-nur-fur-frauen-und-kinder-diskriminierung-oder-geniale-loesung-r463</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>In der türkischen Liga werden Geisterspiele in Zukunft der Vergangenheit angehören, denn der Fußballverband präsentierte diesen Sommer eine neue Bestimmung, die nicht nur im eigenen Land für zahlreiche Diskussionen sorgte. Anstatt alle Fans auszuschließen, bestraft der Verband nur eine Randgruppe: Männer.</em><br />
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Vor etwa zwei Monaten kam es im Rahmen eines Freundschaftsspiels zwischen Fenerbahçe und Shakhtar Donetsk zu wütenden Fan-Protesten, die in einem Platzsturm ihr unrühmliches Ende fanden. Die türkischen Fans protestierten gegen die Festnahme ihres Präsidenten Aziz Yildirim und gegen die Vorverurteilungen durch die Medien. Die meisten Fenerbahçe-Fans waren zu diesem Zeitpunkt überzeugt, dass Aziz Yildirim nicht hinter dem Manipulationsskandal steckte, sondern nur der gefundene Sündenbock für die Medien und die Polizei war. Zunächst liefen die Fans nur vereinzelt aufs Spielfeld, den Ordnern gelang es jedoch nicht die Anhänger unter Kontrolle zu halten. Als der Schiedsrichter beschloss die Partie zu unterbrechen, brachen schließlich alle Dämme und der Platzsturm konnte nicht mehr aufgehalten werden.<br />
<br />
<object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://youtube.com/v/TR4R2T1iI4E"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://youtube.com/v/TR4R2T1iI4E" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object><br />
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<strong class='bbc'>KEIN EINTRITT FÜR MÄNNER</strong><br />
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Der türkische Fußballverband verhängte über Fenerbahçe zwei Geisterspiele, änderte kurze Zeit darauf jedoch seine Bestimmungen. Zukünftig sollen bei Geisterspielen lediglich Männern ausgesperrt werden – Frauen und Kinder unter zwölf Jahren dürfen hingegen gratis hinein. Beim gestrigen Meisterschaftsspiel nahmen mehr als 41.000 Frauen und Kinder dieses Angebot an und unterstützten ihre Mannschaft beim 1:1-Unentschieden gegen Manisaspor. Die Atmosphäre im Stadion wurde als ausgezeichnet beschrieben und der Lärmpegel im &#350;ükrü-Saraco&#287;lu-Stadion war konstant hoch, wie man im Video (unten) gut hören kann. Während die Aktion bei den weiblichen Fans und den Kindern sehr gut ankam, fühlten sich die meisten männlichen Fans von der türkischen Liga diskriminiert, da der überwiegende Teil der Anhänger sich nichts zu Schulden kommen ließ.<br />
<br />
<object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://youtube.com/v/4G-eMyJweDU"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://youtube.com/v/4G-eMyJweDU" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object><br />
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<strong class='bbc'>GLEICHBEHANDLUNGSRICHTLINIE DER EU</strong><br />
<br />
Während sich der türkische Verband nicht viele Gedanken um EU-Richtlinien machen muss, wäre ein solches Vorgehen in Österreich unter dem Diskriminierungsgesichtspunkt nicht durchführbar. Von einer öffentlichen Veranstaltung kann man entweder alle, oder niemanden ausschließen – nach dem Rasterprinzip eine Personengruppe auszusperren widerspricht jedoch eindeutig der Gleichbehandlungsrichtlinie der EU, die Österreich im Jahr 2008 mit dreieinhalb Jahren Verspätung als letztes EU-Mitglied umsetzte. Beim ÖFB scherte man sich zunächst wenig um diese Regelung, denn weibliche Fußballfans erhielten bis zum Länderspiel gegen Kamerun am 12. August 2009 ermäßigte Länderspielkarten und zahlten den gleichen Preis, wie Pensionisten, Jugendliche, Behinderte und Präsenzdiener. <br />
<br />
Auch wenn man die Idee des türkischen Verbandes grundsätzlich nachvollziehen kann, bleiben die Bestimmungen doch diskriminierend. Warum dürfen 80-jährige Senioren nicht ins Stadion, obwohl sie ebenfalls kein Risiko darstellen? Die Bestimmungen des Verbandes wurden von den türkischen Medien, Vereinen und Spielern zwar begeistert aufgenommen, werden jedoch in der österreichischen Liga alleine aufgrund der gesetzlichen Situation keine Nachahmung finden….und das ist auch gut so. <br />
<br />
Stefan Karger, www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 13:37:51 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist DER Schönste im ganzen Land?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/spieglein-spieglein-an-der-wand-wer-ist-der-schoenste-im-ganzen-land-r447</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Was haben Cristiano Ronaldo und Karl-Heinz Grasser gemeinsam? Ganz einfach: Beide sind zu schön und zu reich für die restliche Welt. Der portugiesische Fußballer und der ehemalige österreichische Finanzminister haben ganz ähnliche Vorstellungen davon, warum sie nicht von allen Menschen geliebt und bewundert werden.</em><br />
<br />
Die meisten werden sich noch an Grassers peinlichen Auftritt bei der ORF-Diskussionsrunde “Im Zentrum“ erinnern. Der selbsternannte “Mister Nulldefizit“ las einen Leserbrief vor, in dem ein weiblicher Fan die Erklärung ablieferte, weshalb Grasser in der Öffentlichkeit so schlecht wegkam: "Sie sind für diese abscheuliche Neidgesellschaft zu jung als Finanzminister gewesen, zu intelligent, zu gut ausgebildet, aus zu gutem wohlhabenden Haus, zu schön und was für alles der Punkt auf dem i ist: auch noch mit einer schönen und reichen Frau verheiratet." <br />
<br />
<object width="425" height="355"><param name="movie" value="http://youtube.com/v/pNFrDNQ4uEk"></param><param name="wmode" value="transparent"></param><embed src="http://youtube.com/v/pNFrDNQ4uEk" type="application/x-shockwave-flash" wmode="transparent" width="425" height="355"></embed></object><br />
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<strong class='bbc'>RONALDO AUF DEN SPUREN VON KARL-HEINZ</strong><br />
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Real Madrid musste in der ersten Runde der Champions-League-Gruppenphase auswärts gegen Dinamo Zagreb antreten. Der argentinische Nationalspieler Ángel Di María sorgte mit seinem Treffer für einen hart umkämpften Auswärtssieg. Sein Teamkollege Cristiano Ronaldo war nach der Partie dennoch alles andere als glücklich, da die Kroaten, bei denen der ehemalige Red-Bull-Salzburg-Spieler Nikola Pokrivac ab der 63. Minute spielte, eine harte Gangart an den Tag legten. Der Portugiese hatte einen blutigen Knöchel und beschwerte sich in einem Interview nach dem Spiel, dass die Schiedsrichter immer nur davon reden, dass sie die technisch starken Spieler vor unsauberen Attacken schützen, aber diesen Worten keine Taten folgen lassen. <br />
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Der Reporter fragte ihn weiter, warum er bei jedem Ballkontakt ausgepfiffen wurde. Cristiano Ronaldo überlegte nicht lange, sondern sagte, dass die Zuschauer ihn beneiden, da er reich, schön und ein großartiger Fußballer sei. <br />
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<strong class='bbc'>NEID, ARROGANZ UND KAPUZINERAFFEN</strong><br />
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Neid ist ein wichtiger Antrieb in der heutigen Gesellschaft, der aber auch dazu führen kann, dass die Lebenszufriedenheit trotz des steigenden materiellen Wohlstandes nicht zunimmt. Wenn wir in der Einkommenspyramide endlich den Herrn Müller überholt haben, dann orientieren wir uns am Herrn Maier und sind unglücklich, weil er über unserer Gehaltsstufe liegt.  Neid ist kein ausschließlich menschliches Phänomen, denn selbst Kapuzineraffen sind beleidigt, wenn sie von Verhaltensbiologen unterschiedlich behandelt werden: Solange beide Affen Gurken als Belohnung bekommen, ist für sie die Welt in Ordnung. Bekommt aber einer der beiden Versuchsteilnehmer saftige Trauben, dann verweigert der benachteiligte “Gurken-Affe“ die weitere Zusammenarbeit. <br />
<br />
Wie viele Kroaten Ronaldo ausgepfiffen haben, weil sie seinen Reichtum, sein gutes Aussehen und sein Talent beneideten, sei dahin gestellt. Wenn das der Antrieb der Pfiffe gewesen wäre, dann müssten die meisten Fußballprofis ausgepfiffen werden, da sie zumindest über mehr Geld und Talent verfügen, als der Otto-Normal-Fan. Ronaldo wird sich die Pfiffe eher auf Grund seines arroganten Auftretens verdient haben, das er ja auch im Interview nach dem Spiel eindrucksvoll unter Beweis stellte. Auf dem Platz ist diese Arroganz sowieso sichtbar, denn kein anderer Fußballer auf diesem Niveau schafft es mit einer solch überheblichen Spielfreude seine Gegenspieler in den Wahnsinn zu treiben. Ronaldo ist ein narzisstisches Zirkuspferd, das bei aller Selbstverliebtheit trotzdem mannschaftsdienlich und absolut effizient spielt. Ronaldo polarisiert und zeigt im Unterschied zu den Kollegen aus Barcelona keine Ansätze von Demut. Seine Arroganz muss aber auch als Selbstschutz verstanden werden – für seine Psyche ist es wahrscheinlich gut, dass er glaubt, dass die Kroaten seinen tollen Körper und sein Geld beneiden. Diesen Schutzschild könnte er sich im Sporting-Lissabon-Internat aufgebaut haben, denn der damals 11-Jährige vermisste sein zu Hause auf Madeira und wurde von seinen Mitschülern wegen seines Akzents verspottet. Schön, dass er sich trotzdem durchbeißen konnte, denn der Fußball wäre ein Stück ärmer ohne den Portugiesen. Neidisch muss man in seinem Fall auch nicht sein, denn im Gegensatz zum Karl-Heinz hat Cristiano bis jetzt immer tadellose Arbeit abgeliefert.<br />
<br />
Stefan Karger, www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sat, 17 Sep 2011 08:14:43 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Ausverkauft - so geht es auch, wenn es schlecht läuft!</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/ausverkauft-so-geht-es-auch-wenn-es-schlecht-laeuft-r433</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Jahrelang war die Admira die graue Maus, jahrelang hatte Rapid die meisten Zuseher, die Austria hat zu wenig, Salzburg vergrault sie - ein kleiner Ausflug in die Pädagogik des Publikums und die Welt der Motivationspsychologie.</em><br />
<br />
Flashback ins Jahre 1990 - die Amateurkicker von den Färöer Inseln haben WM-Teilnehmer Österreich in Landskrona 1:0 geschlagen. Ein zipfelbemützter Torhüter und seine Handwerkerkollegen blamierten Österreich, gerade noch Teilnehmer an der WM 1990, bis auf die Knochen. Nächster Flashback ins Jahr 1978, Schauplatz Cordoba. Hier müssen keine Worte verloren werden. Der Kleine stellt dem großen ein Bein, bereits die Bibel hat mit David und Goliath einen Archetypus dieses Duells parat. Kurz gesagt: Tendiert die Erfolgserwartung Richtung 0, dann ist die Freude im Erfolgsfall um einiges höher. Beispielhafterweise wäre ein Sieg des SK Rapid Wien gegen Bad Vöslau aufgrund der niedrigen Erfolgswahrscheinlichkeit der Niederösterreicher logisch, die Freude darüber bei Grünweiß würde sich in Grenzen halten. Der Zuschauer wird gegen den Landesligisten wohl eher nicht in Scharen ins Stadion strömen, da die Erfolgswahrscheinlichkeit der Fans von Rapid so hoch ist.<br />
<br />
<strong class='bbc'>John William Atkinsons Risiko-Wahl-Modell</strong><br />
<br />
Ebengleich der Pädagogik, in der die Lehrenden versuchen, die Lernenden zu Leistung zu motivieren, muss das auch der Fußballverein sein. Die Verantwortlichen formulieren die Ziele, die Zuschauer sollen motiviert werden, ins Stadion zu kommen. Grundsätzlich beschrieb Motivationsforscher Atkinson schon 1957 ein relativ einfaches System. Die Handlungstendenz des Lernenden bzw. des Zuschauers ergibt sich aus der Erfolgstendenz minus der Tendenz, einen Misserfolg zu vermeiden. Die Erfolgstendenz ergibt sich aus einer Kombination aus der eigenen Motivation, dem Anreiz des Erfolges und der Erfolgswahrscheinlichkeit. Die Tendenz einen Misserfolg zu vermeiden setzt sich aus einer Multiplikation aus der Misserfolgsmotivation und der Wahrscheinlichkeit eines Misserfolges zusammen. Die Tendenz, was der Kunde also tun wird, setzt sich aus persönlicher Motivation und Erfolgswahrscheinlichkeiten zusammen.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Atkinson und Fußball</strong><br />
<br />
Die Entwirrung des oberen Absatzes fällt anhand von Beispielen leicht. Der Fan einer Mannschaft, die Meister werden will, aber fünf Spiele in Serie verliert, ist schwerer wieder ins Stadion zu bringen als der Fan der Mannschaft, die nicht absteigen will, aber plötzlich auf einem zum Start im Europacup berechtigenden Platz liegt. Die Motivation, ins Stadion zu gehen, wenn es gut läuft, ist also ungleich höher als jene, dies zu tun, wenn's schlecht läuft. Der Knackpunkt für die Vereine ist nun, wie die Erwartungshaltungen so realistisch gesetzt werden können, dass der prinzipiell motivierte Anhänger ins Stadion kommt. Bei Red Bull Salzburg fehlen viele Zuschauer, da die Ansprüche hoch sind, die Mittel eine Zeit lang unzureichend waren und sich Misserfolge einstellten - ein tödlicher Mix, zumindest für den Kassier. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Handlungstendenz</strong><br />
<br />
Der Zuschauer wird dann ins Stadion kommen, wenn Erfolgswahrscheinlichkeit und Erfolgsanreiz in einem positiven Verhältnis zu Misserfolgswahrscheinlichkeit und Misserfolgsanreiz stehen. Ein weiterer Faktor muss aber auch stimmen: Die persönliche Motivation des Konsumenten. Da kann der Verein am ehesten ansetzen, da dies über Werbung steuerbar ist. Stimmt das Produkt, kommen die Menschen. Rapid kämpft bis zum Umfallen, die Austria kombiniert, Salzburg schießt viele Tore, Kapfenberg kontert, die Admira ist neu, Sturm hat lokale Talente, Neustadt kann überraschen, Wacker euphorisiert, Ried bestätigt, Mattersburg fightet - jeder Verein hat in der Bundesliga seine Marke gefunden, mit welcher die persönliche Motivation der Zuseher bezirzt werden soll. Stevens' Defensivfußball passt ebenso wenig ins Konzept von Red Bull, wie launische Diven zum SK Rapid oder Holzhacker zur Austria.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Einmal Realismus zum Mitnehmen, bitte!</strong><br />
<br />
Der totale Knockout für den Kassier ist es, wenn Anspruch und Wirklichkeit meilenweit auseinander liegen und die Grundtugenden nicht stimmen. Der Sportfan nimmt Niederlage und Unentschieden als Misserfolg war, aber auch als Teil des Spiels. Die Verkaufspsychologie, die in den PR-Abteilungen auf Suggestion basieren ("Bei uns bekommen sie Tore/Kampf/Kombination/...") stellt den Vereinen dann ein Bein, wenn die persönliche Erfolgsmotivation nachlässt, weil der Kunde das versprochene Produkt nicht bekommt. Der oftmals leidensfähige Fan akzeptiert, dass drei Spiele in Folge verloren werden, nicht aber das Wie. Er nimmt die gesunkene Erfolgswahrscheinlichkeit in Kauf, wenn die persönliche Misserfolgserwartung nicht höher wird. Aktuelles Beispiel: Rapid verliert, das passiert. Die Fans werden angefressen, weil aber die versprochenen Tugenden, "Wir sind Rapid", die "Rapid-Familie" oder "Kämpfen bis zum Umfallen", nicht mehr gegeben sind, die Misserfolgswahrscheinlichkeit aufgrund der suggerierten Marke steigt.<br />
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<strong class='bbc'>Herangehensweisen</strong><br />
<br />
Die Vereine tun unterschiedlich viel, um Erfolg zu haben. Sei es die akribische Arbeit auf taktischer Ebene in Ried, gepaart mit intelligenten Transfers und unternehmerischen Weitblick - mehr oder weniger eine intrinsische Motivation ("Ich kann das, weil ich gut arbeite") - oder ein heuristischer Ansatz wie bei Admira ("Die Aufsteiger waren in den letzten Jahren immer stark") - extrinsische Motivation: Die Gegner sind noch nicht so gut auf die neue Mannschaft eingestellt. Daneben existieren viele Herangehensweisen, der Konsument will aber nicht "verarscht" werden. Transportiert der Klub sein Image gut, werden die Zuschauer bleiben - Rumpelfußball in der Welt von Red Bull? Ideenloses Spiel in Favoriten? Mauertaktik in Liebenau? Die pädagogische und ökonomische Motivationspolitik gibt vor, wie Zuschauerschwund vorgebeugt werden kann.<br />
<br />
Hat ein Sportverein seine Hausaufgaben im PR-Bereich gemacht, schnellen die Zuseherzahlen nach oben und in die windige und spärlich besuchte Südstadt kommen die Zuschauer auf einmal in Scharen. So kann auch, wenn es schlecht läuft, das Stadion gut besucht sein.<br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Mon, 12 Sep 2011 22:13:53 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Visca Barça! Visca Catalunya! Barcelona und Real oder die politischen Aspekte einer Fußballrivalität</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/visca-barca-visca-catalunya-barcelona-und-real-oder-die-politischen-aspekte-einer-fussballrivalitaet-r379</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Jose Mourinho ist auf bestem Weg jahrzehntelange, mühsame Normalisierungsversuche der Beziehungen zwischen Real Madrid und FC Barcelona zunichte zu machen. Jetzt liegt es an Spielern und Verantwortlichen auf beiden Seiten, den Konflikt nicht politisch werden zu lassen. Die Folgen könnten drastisch sein, nicht nur für das spanische Nationalteam.</em><br />
<br />
Trotz aller Empörung über den „Totengräber des spanischen Fußballs“ - insgeheim können die Fans des FC Barcelona sehr zufrieden mit Jose Mourinho sein. Der Versuch des Portugiesen durch Eskalation auf und neben dem Platz die Dominanz von Barcelona zu brechen, ist gescheitert. Mourinho wirkt wie ein General, der die Schlacht in die Wüste verlegt, nur um festzustellen, dass die eigenen Truppen die Hitze schlechter vertragen als der Gegner. Mit sechs roten Karten in sieben Clasicos, üblen Fouls und Rudelbildungen hat sich Real Madrid selbst um die Früchte der sportlichen Arbeit gebracht. Darüber hinaus hat Mourinho den cules einen weiteren Dienst erwiesen: Real Madrid ist wieder einmal EE, „el enemigo“, der böse Club der Hauptstadt an den Hebeln der Macht, der sämtliche unmoralische Mittel ausschöpft um Barcelona und seine Philosophie des schönen Fußballspiels zu zerstören. Es kommt für nicht-katalanische Fans des FC Barcelona immer überraschend, aber diese Vorstellung von der moralischen Überlegenheit gehört bei den eingefleischten Anhängern zur Identität des Clubs wie „La Masia“ oder der „Cant del Barça“.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Fußball als Fortsetzung des politischen Kampfes</strong><br />
<br />
Die einzigartige Beziehung zwischen Real Madrid und FC Barcelona hat ihren Ursprung in den Jahren der Franco-Diktatur. Real Madrid, als Verein der Hauptstadt und Lieblingsclub von Franco war de facto die Vertretung des Regimes auf dem Fußballplatz, während der FC Barcelona sich zum Volksclub aller Katalanen entwickelte, die damals kulturell unterdrückt wurden. Es fällt also nicht schwer nachzuvollziehen, warum ein Sieg Barças über Real für die Anhänger damals einen ungemein höheren emotionalen Wert hatte, als vergleichsweise ein Sieg Borussia Dortmunds über Bayern München. <br />
Allerdings sollte das Erwecken dieser alten Ressentiments im Jahre 2011 kritischer betrachtet werden. „Cada moneda tiene dos caras – Jede Münze hat zwei Gesichter“ - dieses spanische Sprichwort hat auch im Bezug auf den FC Barcelona seine Gültigkeit. Das Bekenntnis zur katalanischen Kultur im Angesicht von Unterdrückung durch eine Diktatur weckt Sympathien. Im heutigen demokratischen Spanien, wo Katalonien weitgehende Autonomie genießt und die regionale Kultur mit dem Segen des Staates gefördert wird, wirkt das selbe katalanisch-nationale Bekenntnis überzogen, vor allem wenn es sich gleichzeitig anti-spanisch gestaltet. Im September 2010 meldete die Internetzeitung „El Confidencial“, eine einflussreiche Gruppe rund um Johan Cruyff hätte den Neuzugang David Villa, aufgefordert eine kleine spanische Fahne, die Villa immer auf einem seiner Schuhe trägt, zu entfernen. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Zarte Identifikation mit dem spanischen Nationalteam</strong><br />
<br />
Wie auch immer diese Anekdote einzuschätzen ist, die jüngste Entwicklung deutete daraufhin, dass auch in Barcelona die Uhren nicht still stehen. Nicht zuletzt auf Grund der Tatsache dass Spieler und System des FC Barcelona maßgeblich an den jüngsten Erfolgen der Nationalmannschaft beteiligt waren, fanden auch viele, vor allem jüngere Einwohner der Metropole Freude an den Erfolgen der Selección. Natürlich waren die Parties in Madrid, Sevilla oder Valladolid größer und ausgelassener als in der katalanischen Hauptstadt. Dennoch, die zarte Begeisterung war ein starkes Indiz dafür, dass sich katalanische Identität und spanischer Patriotismus im 21. Jahrhundert nicht mehr gegenseitig ausschließen. Mit bestem Beispiel voran gehen dabei die Spieler selbst. Xavi Hernandez und Carles Puyol, das Hirn beziehungsweise Herz von Barça, feierten auf dem Rasen von Soccer City mit der Senyera, der Flagge Kataloniens, den Weltmeistertitel, und stimmten dann gemeinsam mit ihren Mitspielern in das bekannte Volkslied „Que viva España“ ein. Nahezu jeder Spieler der Selección hatte in diesem größten Moment ein Symbol seiner Heimatregion bei sich. Ein Weltmeistertitel für Katalonien, Andalusien, Madrid, das Baskenland, die Kanarischen Inseln. Und auch wenn in dieser Betrachtung viel Romantik mitschwingt: Vielfalt ist Trumpf. In Spanien finden sich regionale Unterschiede tatsächlich auch in der Spielweise wieder, freilich im Einklang mit den Erfordernissen eines modernen taktischen Fußballbetriebes. Ist es daher Zufall, dass sich die Erfolge der Selección genau dann einstellen, wenn regionaler Stolz der Spieler und Einheitsgefühl der Mannschaft im Einklang stehen? Doch diese Veränderungen betreffen nicht nur das Nationalteam. Viele aktuelle Entwicklungen im spanischen Fußball brechen mit Traditionen, die größtenteils noch aus der konfliktvollen Zeit des letzten Jahrhunderts stammen. So ist es heute kaum noch eine Fußnote wert zu betonen, dass mit Xabi Alonso ein Baske zu Real Madrid wechselt, oder dass mit David Lopez 2007 zum ersten Mal ein Spieler nicht-baskischer Herkunft für Athletic Bilbao aufläuft. Und auch beim FC Barcelona selbst hatte sich mit Sandro Rosell als Präsident ein deutlich gemäßigterer  Nachfolger für den offen nationalistisch-katalanischen Joan Laporta gefunden. Bezeichnend für den neuen sachlicheren Umgang der beiden spanischen Großklubs miteinander war auch, dass Transferpoker um Spieler wie David Beckham, der sich schließlich für Real und gegen Barça entschieden hatte, ohne Beschuldigungen der Katalanen abliefen, Madrid hätte wieder einmal seine Macht als Club des Establishments benutzt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, wie das im berühmten Transferstreit um Alfredo Di Stefano vor 50 Jahren der Fall gewesen war. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Mourinhos Spiel mit dem Feuer </strong><br />
<br />
Das erste Aufeinandertreffen der Saison zwischen Barça und Real im Herbst 2010 sollte dann mehrfach brisant werden. In sportlicher Hinsicht war es eine Machtdemonstration der Katalanen, die Real mit 5:0 deklassierten. In Erinnerung blieben aber auch die Rudelbildung und das Handgemenge zwischen Reals Sergio Ramos und Barcelonas Xavi und Puyol, drei Spieler die seit mehreren Jahren in der Selección zusammenspielten und Stammkräfte bei den großen Teamerfolgen von 2008 und 2010 gewesen waren. Es sollte der Auftakt zu einem sechs Monate dauernden Kampf zwischen den beiden spanischen Großklubs werden, der auf und neben dem Platz erbittert geführt wurde. Am Ende hatte der FC Barcelona sportlich und auch moralisch triumphiert, nicht zuletzt deshalb, weil sich Jose Mourinho zu Aktionen hinreißen ließ, die selbst die Führungsebene von Real nicht mehr verteidigen wollte. <br />
Dennoch, es bleibt ein fahler Beigeschmack, denn auch auf Seiten der Katalanen hat man nicht mit Polemik gespart und bei der Kritik an Real oftmals auch Klischees vergangener Zeiten benutzt. Derzeit wird viel über die Auswirkungen auf das Spanische Nationalteam spekuliert, und nicht wenige Beobachter meinen, die Differenzen zwischen den Spielern der beiden Großklubs, die nahezu das gesamte Stammpersonal der „goldenen Generation“ stellen, wird unvermeidlich den Rückfall Spaniens in die Erfolglosigkeit der letzten Jahrzehnte zur Folge haben. <br />
<br />
<strong class='bbc'>Die Parallelen zu Jugoslawien – eine Warnung</strong><br />
<br />
Auf Grund der negativen sozialen Dynamik die ein Fußballspiel in den schlimmsten Fällen auslösen kann, sollte man sich allerdings auch bewusst werden, dass aus ungelösten nationalen Spannungen größere Desaster entstehen können als ein zerrüttetes Nationalteam.<br />
Am 13. Mai 1990 kam es im Zagreber Maksimir-Stadion in der nationalistisch aufgeheizten Stimmung des krisengeschüttelten Jugoslawien zu einer Tribünenschlacht zwischen kroatischen Fans von Dinamo Zagreb und serbischen Fans von Roter Stern Belgrad, bei der über sechzig Menschen verletzt wurden. Kroatische und slowenische Klubs zogen sich daraufhin aus der jugoslawischen Liga zurück. Eineinhalb Jahre später begann der jugoslawische Bürgerkrieg. Eine traurige Charakteristik dessen war, dass die schlimmsten Menschenrechtsverletzungen von paramilitärischen Einheiten verübt wurden, die, auf allen Seiten, zu einem großen Teil auch in Hooligan- und Ultra-Fangruppierungen rekrutierte. <br />
Welche menschliche Tragödie der jugoslawische Bürgerkrieg darstellt, muss nicht extra betont werden. Doch auch aus fußballerischer Sicht war der Verlust enorm. Jugoslawien galt Jahrzehnte lang als spielstarke Mannschaft mit schönem, anspruchsvollem Spiel. Roter Stern wurde 1991 Weltpokalsieger. 20 Jahre später hat die Zeitung Kurir den serbischen Fußball symbolisch „auf Grund chronischer Erfolglosigkeit“ beerdigt.<br />
Die Nationalteams der Nachfolgestaaten gelten zwar als starke Mittelgewichte, von der europäischen Spitze oder gar einem internationalen Titel ist man allerdings weit entfernt.<br />
<br />
<strong class='bbc'>Fazit: Der Ball ist, wie auch auf dem Platz, beim FC Barcelona</strong><br />
<br />
Es wäre sehr pessimistisch zu behaupten, diese Szenarien stünden Spanien auch bevor. Allerdings, Deeskalation von nationalen Spannungen in einer Gesellschaft, die gerade schwer unter Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit zu leiden hat, kann in keinem Fall schaden. Durch oder mit Fußball kann viel zerstört werden, aber auch genauso viel geheilt und aufgebaut, gerade in Spanien. Spielerisch ist der FC Barcelona zurzeit drauf und dran, das beste Team aller Zeiten zu werden. Gelingt es der Clubführung auch, den Balanceakt zwischen katalanischer Identität, professionellem modernen Umgang mit Real Madrid, dem königlichen Fußballverband und den gesellschaftlichen Ansprüchen des 21. Jahrhunderts zu meistern, so kann sich Barça auch für die nächsten Jahrzehnte rühmen, „més que un club“ zu sein.<br />
<br />
Timon Novalin, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 10:57:31 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Kommentar | Die Berufe der Mütter und ähnlich sinnvolle Schmähgesänge</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/kommentar-die-berufe-der-mutter-und-aehnlich-sinnvolle-schmaehgesaenge-r328</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Jetzt hat es einem einmal gereicht. Denn seit es im Fußball nicht mehr nur ums runde Leder an sich geht, sondern um Fernseh-Deals, Millionenablösen und hoch dotierte Werbeverträge, oszilliert der Kick auf den Ball, die Zustände: Tradition und Kommerz.</em><br />
<br />
Der Agent Provokateur ist ein Mitarbeiter der TSG 1899 Hoffenheim, bekanntermaßen durch über 20 Jahre Aufbauarbeit seit 1990 von einem Dorfverein in einen Ausbildungsclub in der deutschen Bundesliga gemacht. Das Geld dazu stellte und stellt Dietmar Hopp bereit, der mit seiner 1972 gegründeten Firma Systeme Anwendungen Produkte (SAP) zu einem beträchtlichen Vermögen kam. Die Software, die in Büros zur Abwicklung sämtlicher Geschäftsprozesse verwendet wird, machte SAP Europas größten Softwarehersteller und weltweit zur Nummer vier. Teil des Projektes waren und sind die Österreicher David Alaba und Ramazan Özcan, Andi Ibertsberger spielt noch dort und Michael Gregoritsch wird es bald tun, dazu kommen noch einige Nachwuchsspieler. Der Aufstieg aus der Kreisliga in die Bundesliga rief natürlich viele Neider auf den Plan. Unter Ralf Rangnick gelang zwischen 2006 und 2008 der Durchmarsch von der Regionalliga Süd (damals dritte Leistungsstufe) bis in die Bundesliga. Zwar trägt man "1899" im Namen, 1990 dümpelte man aber noch in den Niederungen der Kreisliga herum und wird so von vielen anderen Vereinen, bei denen die 16- bis 29-jährigen Köpfe der Kurve sich trotz erst kurzem Dasein auf dieser Erde, viel auf die Tradition einbilden, beschimpft.<br />
<br />
<strong class='bbc'>EINEM REICHTE ES</strong><br />
<br />
Am Samstag stellten Sejad Salihovic mit einem Traumtor aus einem Freistoß in der Anfangsphase und Holger Stanislawski mit einer bemerkenswerten Defensivtaktik den Zauberfußballern der Dortmunder Borussia ein Bein. Der harte Kern der BVB-Anhänger echauffierte sich über Störgeräusche in hoher Tonart, jedes Mal, wenn der Fanblock diverse Schmähgesänge gegen Hoffenheim und deren Mäzen anstimmte, vornehmlich geht es hierbei um die Vermutung, die Mutter Hopps hätte sich im horizontalen und ältesten Gewerbe der Welt verdingt. Der Verein entschuldigte sich in einem offiziellen Statement: "Der Mitarbeiter wollte nach eigener Aussage 'ein Gegenmittel' gegen die aus seiner Sicht nicht mehr erträglichen Beleidigungen einsetzen". Weiter hieß es: "Alle Verantwortlichen distanzieren sich ausdrücklich von dieser Aktion. Die Führung der TSG 1899 Hoffenheim wird dafür Sorge tragen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholen wird." Das sich Dietmar Hopp seit Jahren der Investition in den deutschen Fußball solche Gesänge anhören muss, darauf wird nicht eingegangen. Dabei müsste es den Fans doch klar sein, dass in einem modernen Stadion mit Videoüberwachung doch leicht diese Beleidigung nachgewiesen und zur Anzeige gebracht werden könnte. Hopp reagierte in einem Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung und meinte, die Dortmunder Fans sollten das nicht so eng sehen, denn, "wenn die Fans Anzeige erstatten, dann müsste ich 200 Anzeigen wegen Beleidigung erstatten."<br />
<strong class='bbc'><br />
MUSS DAS SEIN?</strong><br />
<br />
Es soll hier gar nicht alles aufgezählt werden, was in Österreich so von Fanlager zu Fanlager an Nettigkeiten ausgetauscht werden. Es würde dem Leser wohl übel ergehen, mit welcher Selbstverständlichkeit diverse Selbstinszenierer ihr eigenes Ich überhöhen und Einzelpersonen, Anhänger und Vereine akustisch und visuell in Misskredit bringen wollen. Mit Schimpftiraden ist es noch nicht getan, Rassismus, Antisemitismus und Nazisymbolik lassen die Wogen immer wieder hochgehen. Dass sich dabei gerade Ultra-Gruppierungen bei vielen Vereinen hervortun, mag doch verwundern, so steht doch laut dem Manifest der Ultras des AS Roma die Anfeuerung der eigenen Mannschaft im Vordergrund (natürlich neben zahlreichen Forderungen gegenüber Weltverband und Verhaltensregeln gegenüber dem Staat, Anm.). Der Grundgedanke des Lebensstils der Ultras ist bei aller berechtigter Kritik am calcio moderno jedoch weitgehend verloren gegangen, die Diffamierung steht oftmals im Vordergrund. Der positive Support tritt dabei allzu oft in den Hintergrund. Aber darf sich der Sport bei all seiner gesellschaftlichen Tragweite auf das Niveau derbster Beschimpfungen aus der allerletzten Schublade bedienen?<br />
<br />
<strong class='bbc'>EIGENTLICH EIN HELD</strong><br />
<br />
Ohne auf sozio-kulturelle Aspekte einer Fankurve eingehen zu wollen, sollte verstanden werden, dass Fußball ein Breitensport ist, hunderte Kinder selbst bei den kleinsten Dorfvereinen stolz sind, ihre Farben zu tragen. Dass Verbände, allen voran der DFB unter Theo Zwanziger sich immer und überall bemühen, Diskriminierung jeglicher Art zu verhindern und Integration zu fördern. Dass Fußball ein toller Weg ist, Kulturen zusammen zu führen und Jugendlichen einen Sinn im Leben zu geben. Der namenlose Mitarbeiter der TSG 1899 aus dem kleinen Stadtteil von Sinsheim sollte ein Held sein, sein Verhalten ein Anstoß für einen Paradigmenwechsel in vielen Kurven. Denn für den, der seinen Verein über alles liebt, sollte auch dieser im Vordergrund stehen. Nicht der Gegner sollte im Mittelpunkt des Supports stehen, sondern die eigene Mannschaft. Salopp gesagt, sollten sich einige, oder besser viele, Fangruppierungen genau das hinter die Ohren schreiben. <br />
<br />
Vielleicht könnten sich die selbstinszenierungswilligen Dauersupporter in den Stadien durch diesen skurrilen Aufreger merken, dass ein anderer Weg der Unterstützung hergehört. Denn wenn auch nur einer wirklich Mumm in den Knochen hätte, könnte er ja zu Herrn Hopp gehen, und ihm die Meinung ins Gesicht sagen. Ob diese "Helden" aber auch mit einer Anzeige und Verurteilung leben könnten, oder nur in der Gruppe stark sind, wird sich dann weisen. Bis dato stellen sich nämlich viel zu wenige Menschen gegen sie.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 17 Aug 2011 17:16:20 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Iñaki Bea von Rassismusvorwürfen freigesprochen - Viel Lärm um nichts? Nein!</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/inaki-bea-von-rassismusvorwurfen-freigesprochen-viel-laerm-um-nichts-nein-r298</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Es ist schon einige Zeit her, aber leider doch irgendwie allzu oft aktuell: Ein Spieler soll einen anderen rassistisch beschimpft haben. Beim Westderby zwischen Red Bull Salzburg und Wacker Innsbruck am Tivoli ging es in der Schlussphase hoch her. Nun hat die Bundesliga ihr Urteil gefällt.</em><br />
<br />
Das Spiel selbst war nicht allzu spannend. Die Tiroler verstanden es gut, die Offensive der Salzburger zu stören. Erst ein Handelfmeter in Minute 50 brachte die Führung für die Bullen. Wacker drückte in der Folge auf den Ausgleich, Schlussmann Gustafsson sicherte seiner Mannschaft aber den knappen Vorsprung. In der Schlussphase wurde es turbulent, Rasmus Lindgren flog in der Nachspielzeit mit Gelb-Rot vom Platz, nachdem er Marco Kofler gefoult hatte. Aber auch diese Chance machte Salzburg-Goalie Gustafsson zunichte und die Emotionen kochten endgültig. Im Zuge der letzten Wacker-Chance versammelten sich so gut wie alle Spieler vor dem Tor der Gäste und plötzlich ging es rund.<br />
<br />
<strong class='bbc'>BEA GEHT ZU BODEN</strong><br />
<br />
Der Spanier ließ ein paar Tage vor dem Spiel in einem Interview bei laola1.at mit folgender Aussage aufhorchen: "Es ist das Wichtigste, dass du dich anpasst und schnell die Sprache lernst. Außerdem spreche ich viel zu gerne und zu viel. Ich kann nicht neben meinen Nachbarn leben und die Sprache nicht beherrschen. Das halte ich nicht aus". Genau dieser weltoffene und die neuen Medien gut beherrschende Spieler soll Ibrahim Sekagya rassistisch beschimpft haben, weswegen dieser Bea seine Faust in den Magen rammte. Zunächst beschuldigte Eddie Gustafsson noch Georg Harding, dieser bestritt die Aussage, der Torhüter zog seine Aussage zurück. Der Wacker-Verteidiger betonte in einer Aussendung, dass "alle im Verein entschieden gegen Rassismus auftreten". Der Abwehrchef der Red Bulls wurde vom Strafsenat der Bundesliga für drei Spiele gesperrt, eine schriftliche Stellungnahme zu den Vorwürfen des Rassismus' wurde bei der Bundesliga eingebracht.<br />
<br />
<strong class='bbc'>BABYLONISCH SPRACH VERWIRRT, DA PSYCHISCH LABIL</strong><br />
<br />
Das am 29. Juli eingeleitete Strafverfahren gegen Iñaki Bea wurde nun eingestellt. Mit der Begründung, dass der Dolmetscher festgestellt habe, dass "die vorliegenden Unterlagen und Aussagen offen legen, dass Begriffe verwendet wurden, die durchaus missverstanden werden können, wenn der Gesprächspartner Spanisch nicht als Muttersprache hat" wurde das Verfahren beendet. Sekagya hatte sich am Montag auf Facebook für seinen Ausrutscher entschuldigt, gab am Tag nach dem Match an, nicht komplett Herr seiner Sinne gewesen zu sein: "Ich kann nicht tolerieren, wenn jemand etwas gegen meine Hautfarbe sagt und schon gar nicht, wenn jemand meine vor zwei Monaten verstorbene Mutter verbal angreift." Anscheinend, so der Schluss des Strafsenats, haben sich die zwei Legionäre schlicht missverstanden und der sonst so integere Bulle hat angesichts seiner psychischen Verfassung komplett falsch reagiert.<br />
<br />
<strong class='bbc'>VIEL LÄRM UM NICHTS?</strong><br />
<br />
Anscheinend gibt es in der spanischen Fußballersprache das eine oder andere Wort, das man falsch verstehen kann. So weit, so schlecht, vor allem aber war die Reaktion des ugandischen Nationalspielers komplett daneben. Eine weitere Handhabe hätte Sekagya aber nicht gehabt, selbst wenn Bea - von dem so eine Aussage nicht zu erwarten ist! - ihm das N-Wort und despektierliches über seine Mutter zugeflüstert hätte: Die Nachweisbarkeit wäre nicht gegeben und im Zweifel entscheiden die Richter für den Angeklagten. Eine gute Sache hat diese babylonische Sprachverwirrung aber dennoch an sich. Es ist leider in vielen Kurven bei einigen Suspekten noch immer völlig normal, ausländische Spieler zu beschimpfen. Zuletzt wurde dies im Rahmen des Regionalliga-West-Spiels zwischen Austria Salzburg und den Red Bull Juniors publik. Einige Idioten bedachten Ballkontakte schwarzer Jungbullen immer wieder mit Affenlauten.<br />
<br />
<strong class='bbc'>IMMER WEITER</strong><br />
<br />
Einzelne Fanszenen und Gruppen, die sich klar gegen Rassismus aussprechen, nun hervorzuheben, macht kaum Sinn. Es sind eher Ausrutscher Einzelner, die dieses Problem immer wieder akut werden lassen. Doch letzten Endes ist es gut und sinnvoll, wenn der Breitensport Fußball immer wieder darauf aufmerksam macht, dass Rassismus und andere Diskriminierungen im Stadion wie auch sonst überall komplett fehl am Platz sind. Dass vor allem in Österreich immer wieder darauf hingewiesen werden muss, wird bewusst, wenn die Ergebnisse einer bestimmten Partei in Umfragen beachtet werden. Rassismus und Fremdenhass ist leider auch im Jahr 2011 in Österreich ein Kavaliersdelikt, wenn nicht einfach alltäglich.<br />
<br />
Auch wenn sich nun herausgestellt hat, dass laut Urteil Sekagya Beas Spanisch falsch verstanden hat und zuerst Georg Harding angepatzt wurde, ist es doch etwas Gutes, dass in den Schlagzeilen wieder das angesprochen wird, was Rassismus ist: Ein absolutes No-Go!<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 10 Aug 2011 13:48:41 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Österreichs Spitzenklubs und das Problem mit der internationalen Selbsteinschätzung</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/oesterreichs-spitzenklubs-und-das-problem-mit-der-internationalen-selbsteinschaetzung-r226</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Österreich kennt fußballerisch nur zwei Extreme: Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Dass der Maßstab gänzlich fehlt, wenn es um den Alpenkick geht, weiß man ja. Aber wie gehen die Gegner der Österreicher an die Arbeit? Eine Beobachtung nach den Europacupspielen von Sturm, Austria und Salzburg.</em><br />
<br />
Sturm spielte gegen den Meister aus Ungarn, Videoton Szekesfehervar. Durch den mäßigen Koeffizienten bekamen es die Grazer also gleich mit einem Gegner zu tun, der auf Augenhöhe ankam. Genau so präsentierten sich auch beide Mannschaften in dieser frühen Phase der Saison, die konsequentere stieg auf. Dass der Star-Trainer Paulo Sousa anders als ebensolche Kollegen bei Salzburg nicht mit Schimpf und Schande getadelt wurde, liegt an einer realistischeren Einschätzung der Lage. Während sich die Massenmedien hierzulande darauf versteifen, Österreich hätte den Anspruch mindestens Weltmeister zu sein, geht man in Ungarn kleine Schritte: "Ich bin auf alle meine Spieler sehr stolz. Ich denke, es ist uns gelungen, auf dem Platz den Respekt des Gegners zu erlangen", gab der Trainer bei laola1.at zu Protokoll. Sein Abwehrchef Zoltán Lipták ergänzte, dass "alle für alle gekämpft haben. Es war ein tolles Tempo. Wir haben fantastisch gespielt." Die östlichen Nachbarn können sehr gut einschätzen, dass Österreich derzeit die Nase leicht vorne hat. Der Ruf, Mannschaften wie Shakhtar Donezk oder Valencia auszuschalten, existiert nicht, eine Niederlage gegen ein Team auf Augenhöhe wird gut verdaut.<br />
<br />
<strong class='bbc'>DAXBACHERS GLÜCK UND PECH</strong><br />
<br />
Montenegro ist im Gegensatz zu Ungarn weiter als Österreich. Dies bezieht sich auf die Nationalmannschaft, man führt in der Qualifikationsgruppe G punktegleich mit England. Möglich machen das Namen wie Mirko Vucinic oder Nicola Drincic und der Trainer Zlatko Kranjcar. Die Liga kann mit den Leistungen der Nationalmannschaft jedoch nicht mithalten, das Land ist zu klein, die Konkurrenz zu gering. Trotzdem zeigte Rudar phasenweise, wie weit man als Underdog mit einer guten Organisation kommen kann. Dies fehlt Österreich im Umgang mit stärkeren Gegnern. "Nach 20 Minuten Drangphase von uns hat einiges nicht geklappt. Man hat gesehen, wie schwierig es gegen einen gut organisierten Gegner ist. Im Endeffekt kann man zufrieden sein. ", gab Karl Daxbacher in der Krone zu Protokoll. Sein Gegenüber verlautete via offizielle Homepage zwar ein Lamento über das zu Unrecht aberkannte Tor, Dragan Radojicic meinte aber, man müsse "weiter gehen und in der Liga überzeugen". Wichtig ist auch "eine bessere Vorbereitung". Als die Veilchen vor einem Jahr gegen Aris Saloniki mit 1:2 (0:1) Gesamtscore ausschieden, sagte Hector Cuper, dass zwar "zwei in etwa gleich starke Teams gegeneinander gespielt" haben und man "ein bisschen mehr Glück" hatte. Trainer Daxbacher redete sich darauf aus, dass "in wichtigen Partien vor dem gegnerischen Tor die Nerven eine wichtige Rolle spielen" und "so etwas im Training zu üben leider nicht möglich ist". Radojicic kann also eine deutlich unterlegene Mannschaft gut einstellen, der Austria fehlten gegen Aris einfach nur Glück und Nerven vor dem Tor. Ein Schelm, wer Böses denkt.<br />
<br />
<strong class='bbc'>KEIN GUTER ZWEITER ANZUG</strong><br />
<br />
Übungsleiter Ricardo Moniz ist in seinen Analysen nüchtern und geht immer pädagogisch wertvoll vor. Nach dem Motto "Zuckerbrot und Peitsche" begrüßte der Niederänder zwar den sicheren Aufstieg, attestierte aber beim Online-Standard, dass man "zu wenige Chancen kreiert habe. Wir haben gesehen, dass etwas Qualität fehlt. Wir haben noch eine kleine Disbalance in der Mannschaft. Es ist meine Verantwortung, das wegzuarbeiten". Wenn in der Frühphase der Saison eine Mannschaft auf sieben Positionen verändert wird, muss sich Moniz jedoch nicht wundern, dass einige Dinge nicht funktionieren. Sein Gegenüber Vladimir Osipovs sah sein Team unterlegen, freute sich über das Unentschieden und gab zu verstehen, dass man nicht "mehr tun konnte, als ein normales Ergebnis zu erzielen". Die wahre Stärke der Salzburger habe man noch laut Osipovs noch nicht gesehen, er habe aber "keinen Zweifel, dass sie in die Gruppenphase der Europa League einziehen werden." Der bemerkenswerteste Teil ist aber folgendes Statement, das sich einige Manager in Österreich hinter die Ohren schreiben sollten: "Vielleicht ist jemand von unseren Spielern auch dem Gegner aufgefallen."<br />
<br />
Sousa, Radojicic, Osipovs: Die Trainer der Quali-Gegner der drei besten Clubs der abgelaufenen Meisterschaft verfügen über eine realistische Einschätzung des Standings ihrer Mannschaft. Sei es das Erarbeiten von Respekt, konsequentere Umsetzung im Spiel oder das Aufspielen auf einer zum Heimatland relativ großen Bühne. Hoffentlich finden auch Österreichs Trainer und vor allem die Medien die richtigen Worte, sollte das Abenteuer Europa zu Ende gehen.<br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sun, 24 Jul 2011 14:58:15 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Politik und Fußball vertragen sich nicht - oder doch irgendwie?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/politik-und-fussball-vertragen-sich-nicht-oder-doch-irgendwie-r161</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>„Politik raus aus den Stadien“ gilt mittlerweile als selbstverständlicher und unverrückbarer Grundsatz in Österreichs Stadien. Egal welchen Verein oder welche Partei man unterstützt, gegen diesen Grundsatz scheint keiner Einspruch zu erheben und politisch bekennende Gruppen werden oft für ihr politisches Auftreten kritisiert. Aber muss Politik in den Stadien wirklich a priori abgelehnt werden? Oder ist es nicht so, dass Vereine (und damit die Fans) politisch aktiv werden sollen?</em><br />
<br />
Zunächst muss man einiges vorweg schicken: Dieser Artikel hat nicht zum Ziel parteipolitischen Kundgebungen oder dergleichen den Weg in die Stadien zu ebnen. Jedoch sind Österreichs Stadien meilenweit vom Unpolitischen entfernt, zumindest, wenn Führungspersönlichkeiten der Vereine anwesend sind. Kleine Kostprobe gefällig? Wolfgang Katzian (SPÖ, Präsident FAK), Brigitte Jank (ÖVP, Vizepräsidentin FAK) Michael Häupl (SPÖ, Kuratoriumsvorsitzender FAK), Rudolf Edlinger (SPÖ, Präsident SCR), Norbert Darabos (SPÖ, Kuratoriumsmitglied SCR) belegen, dass die Politik in Wien kräftig mitmischt, aber auch im Westen des Landes findet man Spitzenpolitiker in Vereinsämtern, in Altach etwa ist der Aufsichtsratsvorsitzende Karlheinz Kopf (ÖVP). Und dass Vereinsämter weder auf Bundesligavereine noch auf die derzeitigen Regierungsparteien beschränkt sind, beweist der FC Hellas Kagran (Präsident Martin Graf, FPÖ).<br />
<br />
Wozu dient diese Aufzählung (die sich beliebig fortsetzen ließe) eigentlich, wenn weiter oben erwähnt wurde, dass es nicht um Parteipolitik gehen soll? Zum einen beweist es, dass Fußballvereine nicht komplett unpolitisch sind (ein entsprechendes Netzwerk kann dem Verein bekanntermaßen auch behilflich sein, z.B. Hilfe bei der Sponsorensuche, Stadionrenovierungen), zum anderen birgt es den Beweis, dass Politik im Fußball nicht per se zu verteufeln ist. Warum pocht man dann allerorts auf das Credo der unpolitischen Kurve?<br />
<br />
Höchstwahrscheinlich versucht man das interne Konfliktpotential möglichst gering zu halten, um die Konzentration auf den eigenen Verein zu lenken. An sich kein schlechter Zugang, wenn er sich gänzlich umsetzen ließe. Und genau da beginnt sich die Katze in den Schwanz zu beißen. Denn selbstverständlich sind die meisten aktiven Kurven auch politisch.<br />
<br />
An dieser Stelle ist es vielleicht an der Zeit den Begriff Politik zu definieren. Laut Politiklexikon versteht man unter Politik „jegliche Art der Einflussnahme und Gestaltung sowie die Durchsetzung von Forderungen und Zielen, sei es in privaten oder öffentlichen Bereichen.“<br />
<br />
Demzufolge sind Aktionen wie die höchst prominente Initiative „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ ohne jeden Zweifel politisch. Und gerade die Fanclubs sind es doch in den meisten Fällen, die sich gegen politische Agitation wehren bzw. sich rühmen, dass sie das Unpolitische wahren (es sei denn SIE selbst agitieren). Weitere Kundgebungen („Wir sind gegen Stadionverbote“; Kommentare zur Vereins- bzw. Transferpolitik) beweisen endgültig, dass eine komplett unpolitische Kurve reine Fiktion ist.<br />
<strong class='bbc'><br />
WAS FÜR EINE POLITISCHE KURVE SPRICHT / SPRECHEN KÖNNTE</strong><br />
<br />
Warum schreibe ich gerade jetzt diesen Artikel? Auslöser war die Nachricht, dass der SV Werder Bremen einen NPD-Funktionär aus dem Verein ausgeschlossen hat, weil dessen Wahlkampf-Forderungen nicht mit den Grundsätzen der Toleranz und Integration vereinbar wären, die in den Satzungen des Klubs festgeschrieben sind. Nun ist es zweifelsohne leichter, als Verein ein einzelnes Mitglied auszuschließen, als beispielsweise eine ganze Gruppierung bzw. auch als eine ganze Kurve politisch zu positionieren, aber dass dieser Ausschluss ohne ein „Fehlverhalten“ stattgefunden hat, es sich hier also um einen „moralischen“ Ausschluss handelt, ist bemerkenswert und sollte auch Vereinsverantwortliche hierzulande zum Nachdenken anregen (Zur Erläuterung: Wenn hier steht, dass kein Fehlverhalten vorliegt, dann gilt das insofern, als es sich bei der NPD um eine zugelassene Partei handelt, unabhängig davon, wie man zu diesem Punkt steht!)<br />
Generell halte ich es für gefährlich, wenn man die Politik stigmatisiert, und somit das Feld für radikale Kräfte freimacht. Wesentlich sinnvoller wäre es, sich als Kurve geschlossen für Grundwerte wie Toleranz, sportliche Fairness und Antifaschismus sowie Antirassismus einzusetzen und auszusprechen. Jedoch werden selbst solche Aktionen zuweilen als (zu?) politisch eingestuft und daher abgelehnt. <br />
<br />
Ich vertrete die Ansicht dass die oben angesprochene Radikalisierung wesentlich größeres Konfliktpotential birgt, als dies bei einer, wie oben beschriebenen, „politischen“ Kurve der Fall wäre und man daher immer genau abwägen muss, was mit Politik gemeint ist. Es sei gestattet, hier die Kurven der Wiener Traditionsklubs Sportklub und Vienna als Beispiel anzuführen, die sich politisch positioniert haben. Die Ablehnung radikaler und menschenverachtender Ideologien jedenfalls sollte in einer demokratischen Gesellschaft keinen Zankapfel, sondern eine Selbstverständlichkeit darstellen! <br />
<br />
Patrick Redl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 08 Jul 2011 17:18:10 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Pfosten der Woche (KW 27) - Mario Basler</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/pfosten-der-woche-kw-27-mario-basler-r156</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Wenn Frauen einen Platz in einer vermeintlichen Männerdomäne haben, ruft das in schöner Regelmäßigkeit Machos, Chauvinisten und andere verhaltensoriginelle Kronen der Schöpfung auf den Plan. Und selbstverständlich macht das männliche Reflexbeißen auch vor der derzeit stattfindenden Frauen-Fußballweltmeisterschaft in Deutschland nicht Halt.</em> <br />
<br />
Mario Basler bewies in seiner “Bild”-Kolumne am Vorabend der Eröffnung mit der ihm eigenen Wortgewalt besonderen Respekt für die Sportlerinnen: <em class='bbc'>“Fußball ist nichts für Frauen. Wenn Mädels auf dem Rasen rumtoben wollen, sollen sie ein Netz aufstellen und Tennis spielen. So wie in Wimbledon. Das ist sexy! Aber Frauen-Fußball? Nö!”</em><br />
<br />
In ähnlicher Tonart und Subtilität ging das auch in den folgenden Tagen weiter, bis hin zum Vorschlag, man möge den Damen doch erlauben, Bettlaken über die Querlatte zu hängen; so würde die Wäsche trocknen und das Tor sei halbwegs dicht.<br />
<br />
Nun mag es tasächlich hier und da ein paar einfache Gemüter geben, die diese altbackene, überkommene und verzichtbare Form sexistischen Humors unterhaltsam finden, doch sind derartige Rülpser im Grunde lediglich Beweis für die Begrenztheit des eigenen Horizonts. Basler selbst sei empfohlen, sich künftig für ihn attraktiveren Frauensportarten zuzuwenden, wenn ihn diese Weltmeisterschaft so unsagbar nervt und Fußballerinnen wie Fans mit halblustigen Machosprüchen zu verschonen. Oder noch besser, Basler würde seine Kolumnistenkarriere an den Nagel hängen und sich intensiv dem Tiefseetauchen widmen – und über allen Eckfahnen wär Ruh'. <br />
<br />
Lichtgestalt, www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 07 Jul 2011 17:19:51 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Doping und Fußball - eine schwierige Beziehung</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/doping-und-fussball-eine-schwierige-beziehung-r137</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Am Samstag (2.7.) startete die 98. Tour de France, das größte Radrennen der Welt. Insgesamt sind etwa 3430 km (und ca. 56000 Höhenmeter) zu überwinden. Warum das relevant ist? Alljährlich mehren sich die Unkenrufe, dass dies ohne leistungssteigernde Mittel nicht zu bewerkstelligen sei. Nicht selten dient der Radsport als Sündenbock und Synonym für Doping. Aber wie sieht es eigentlich im Fußball aus?</em><br />
<br />
Man braucht nicht lange suchen, um aktuelle Dopingfälle im Fußball zu finden. Beweise gefällig? Yineth Varon, kolumbianische Ersatztorhüterin bei der WM, wurde aufgrund eines auffälligen Tests ebenso suspendiert, wie die mexikanischen Profis Raul Lara und Paulo César Chávez aus der Copa America ausgeschlossen wurden.<br />
Man sieht also deutlich, dass bei Weitem nicht alles eitel Wonne ist, sondern dass Doping im Fußball stattfindet. Rio Ferdinand saß ebenso eine Dopingsperre ab wie Adrian Mutu und Diego Maradona, um nur die prominentesten Namen zu nennen (die Liste ließe sich selbstredend fortführen, Doping bei Juventus Turin zum Beispiel ist bereits durch ein Gericht bestätigt). <br />
Dennoch wird der Fußball anders behandelt als andere Sportarten, doch woran liegt das?<br />
<br />
<strong class='bbc'>"DOPING IM FUSSBALL BRINGT NICHTS"</strong><br />
<br />
Das mit Abstand am häufigsten vorgebrachte Argument. Natürlich gibt es kein Mittel, dass einem Spieler die richtige Schusstechnik einimpft oder die Feinmotorik dahingehend verbessert, dass aus einem „Abräumer“ ein „Edelzangler“ wird. Talent und beständiges Training sowie Ehrgeiz bleiben weiterhin unverzichtbar (eine Feststellung die im übrigen 1:1 auf den Radsport übertragbar ist!). Und dennoch sind sich Experten einig, dass auch Fußballer von der Einnahme von Dopingmittel profitieren können.<br />
<br />
Denn Fakt ist: Dopingmittel helfen auch in Bereichen, die im (modernen) Fußball unverzichtbar sind, wie etwa Sprintstärke und Ausdauer. Eine andere Möglichkeit Doping zu seinem Vorteil zu nutzen, ist das Gebiet der Verletzungen, wenn es heißt möglichst rasch wieder fit zu werden. Auch hier könnte durch pharmazeutische Mittel illegal nachgeholfen werden. Und trotzdem ist ein Unterschied feststellbar:<br />
<br />
<strong class='bbc'>"ZU SPÄT GEPISST IST AUCH GEDOPT"</strong><br />
<br />
Dieser Spruch von BVB-Fans nach der Affäre Hoffenheim (die Spieler Janker und Ibertsberger erschienen 2009 verspätet zu einer Dopingkontrolle) spricht das aus, was normalerweise für alle gelten muss. Liegt ein Verstoß vor, so ist jeder Sportler gleich zu bestrafen, gleich ob es sich um einen Gewichtheber, Fußballer oder Radfahrer handelt. Schon eine Verzögerung von 10 Minuten macht es möglich, dass Substanzen nicht mehr nachweisbar sind (Werner Franke). Im schlimmsten Fall hätte dies eine zweijährige Sperre nach sich ziehen können (unabhängig davon, ob die Tests positiv oder negativ ausfielen). Doch ist dies nicht der einzige Fall, wo man sich als Sportfan fragt, wo die Gleichbehandlung bleibt.<br />
<br />
Eufemiano Fuentes. Ein Name und eine Affäre die den Sport in seinen Grundfesten erschütterte. Den ganzen Sport? Nein! Nur den dopingverseuchten Radsport natürlich. Wen kümmert es da noch, dass lediglich 30% auf der berühmten Liste von Dopingsündern Biker waren. Wer fragt schon nach, so wie Fuentes, wo die Fußballer abgeblieben sind? Wen interessiert es schon, dass nach Fuentes sowohl Europa- als auch Weltmeisterschaft (2008 bzw. 2010) mit seiner Hilfe zustande gekommen sind. Sowohl Spieler des FC Barcelona als auch solche von Real Madrid sollen Fuentes Kunden gewesen sein. Hier offenbart sich (neben der seltsamen Dopingjägerpraxis in Spanien, vgl. Fall Alberto Contador) ein Problem des Fußballs. Es gibt keine intensiven Nachforschungen, die Dopingjagd hinkt der in anderen Sportarten hinterher. In Deutschland gab es 2009 einen Aufstand der Teamspieler, weil diese ihren Aufenthaltsort für die kommenden 90 Tage angeben mussten (bei Bundesligaprofis genügt der Aufenthaltsort des Teams), da dies einen Eingriff in das Privatleben darstelle. Eine Praxis, über die Sportler der Kategorie I (also z.B. Radsportler) wohl froh wären. Diese müssen zusätzlich täglich (!) eine Stunde angeben, in der sie für Proben zur Verfügung stehen müssen. Ebenfalls drei Monate im Voraus!<br />
<br />
Dieser Artikel hat nicht zum Ziel alle Probleme des Radsports auf den Fußball abzuwälzen (das wäre erstens nicht die richtige Plattform und zweitens werden die Probleme des Radsports in keiner Weise negiert), sondern lediglich deutlich machen, dass Doping im Fußball vorkommt und es wünschenswert wäre (im Sinne von Fans, Vereinen, Sponsoren, Verbänden etc.), wenn die Verantwortlichen das Problem nicht durch Nichtbeachtung zu lösen versuchten. Dafür geht es im Fußball mittlerweile um viel zu viel.<br />
<br />
Patrick Redl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Sat, 02 Jul 2011 23:05:03 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Diego von Magath suspendiert - wieviel darf sich ein Fußballer erlauben?</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/diego-von-magath-suspendiert-wieviel-darf-sich-ein-fussballer-erlauben-r129</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Superstar Diego wurde von Felix Magath aus dem Kader entfernt, befindet sich auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber und musste ein Rekordbußgeld in der Höhe von 500.000 Euro an seinen Verein, den VfL Wolfsburg, überweisen. Bei allen Entschuldigungen ist es nicht das erste Mal, dass ein Spieler seinen Verein durch Fehlverhalten massiv unter Druck setzt.</em><br />
<br />
Fußballstars sind Spitzenarbeitskräfte der modernen Unterhaltungsindustrie. Dutzende Trainer, Betreuer und Manager kümmern sich um ihr Wohl, hunderte Vereinsmitarbeiter stellen eine perfekte Infrastruktur zur Verfügung, tausende Arbeitnehmer verdienen ihr Geld im Dunstkreis der Fußballmaschinerie, zehntausende Zuseher blicken ihnen Spieltag für Spieltag auf die Beine, Millionen verfolgen die Spiele zuhause vor dem Fernseher. In Anbetracht der Größe, der sozialen Relevanz und der finanziellen Rahmenbedingungen, die Fußball heutzutage hat, stellt sich nun - einmal mehr - die Frage, wie sich die Bewegungsakkrobaten und Ballzauberer ihren Arbeitgebern gegenüber verhalten sollen. Denn genauso perfekt, wie DFB und DFL beispielsweise den Durchmarsch vom Euroloser und Einzeldarsteller FC Bayern München zu einer der zukünftig besten Liga der Welt - keine andere der großen Ligen steht wirtschaftlich auf so soliden Beinen - geplant haben, so sehr müssen auch die Kicker spuren, haben zu funktionieren. Wirklich schwierige Diven, wie eben Diego oder auch Marko Arnautovic, haben in der perfekten Welt des HD-Fernsehens und des allgegenwärtigen Bildreporters immer weniger Platz. Zwar liebt der Boulevard die Skandale und Skandälchen rund um die Spieler, die Arbeitgeber haben aber wenig Freude damit.<br />
<br />
<strong class='bbc'>HALBGÖTTER IN LAUFHOSEN...</strong><br />
<br />
Skurrile Geschichten über Fußballprofis, die ihren Dienst verweigern, gibt es zur Genüge, nicht nur über Diego, der keine Lust auf einen Abstiegskampf hatte. Paul Scharner etwa, der einst im Dress des FK Austria Wien von Jogi Löw nicht eingewechselt werden wollte, weil ihm die Position nicht zusagte. Oder Nikica Jelavic, der sich aus seinem Vertrag mit Rapid Wien regelrecht rausstreikte. Oder Lukas Podolski, der für die Bayern spielte, aber kaum eine Gelegenheit ausließ, seinen Wunsch, für den 1.FC Köln zu spielen, zu formulieren. Beliebt ist auch folgendes Szenario: Die Kicker kommen einfach nicht aus ihren Urlauben, meist dann, wenn sie nicht mehr für ihren Verein spielen wollen. Ein Zerwürfnis soll inszeniert werden und der Wechsel zu einem anderen Verein erzwungen. Der Vertrag scheint das Papier nicht wert zu sein, auf dem die Unterschrift steht.<br />
<br />
<strong class='bbc'>...MACHEN, WAS SIE WOLLEN...</strong><br />
<br />
Es gibt kaum eine Handhabe dagegen. Die Spieler unterzeichnen mehr oder weniger Fantasiekontrakte, die bei einer normalen Leistung so gut wie nie erfüllt werden. Die Vereine trifft eine große Mitschuld, sie helfen hier kräftig mit. Die Faustregel heißt, dass man einen Angestellten ein Jahr vor Vertragsende teuer verkaufen kann, ein halbes Jahr davor gibt es meist ein bisschen weniger Geld. Der Depp ist der, der seine Stars nach Ablauf des Vertrags um null Euro ziehen lässt, Bosman sei es gedankt. Nicht, dass es in der Privatwirtschaft anders wäre: Manager, Anwälte und Ärzte werden auch gezielt von Headhuntern gesucht, abgeworben und mitunter durch hohe Ablösesummen von A nach B gelotst. Dieses Szenario ist also nichts, was der Fußball erfunden hat, aber die Auswüchse sind vor allem durch die mediale Aufbereitung des Sports bedenklich. "Wer zahlt, schafft an" ist die Maxime und verhindert in vielen Fällen, dass die Kicker mehr als nur Söldner sind. Dabei gilt es zu bedenken, dass bereits in den unteren Spielklassen Gehälter gezahlt werden, für die normale Menschen Magisterstudien benötigen.<br />
<br />
<strong class='bbc'>...UND MÜSSEN KEINE KONSEQUENZEN FÜRCHTEN.</strong><br />
<br />
Es gibt leider keine Beispiele, wie mit Spielern, die sich freipressen, umzugehen ist. Bisher hat sich noch für jeden Star ein Club gefunden, der bereit ist, ihn weiter zu engagieren. Und jedesmal, wenn so etwas passiert, wird gebetsmühlenartig der Wunsch geäußert, die Vereine sollten diese Spieler, die so vorgehen, ein Jahr schmoren lassen. Aber gerade die größten Artisten am runden Leder haben wenig zu befürchten. Udo Lattek meinte über Diego Maradona, den er bei Barcelona trainierte, dass dieser es ohnehin leicht gehabt hätte, sich kleinere Vergehen wie Zuspätkommen zu leisten, da er für das Team viel zu wichtig war, um deswegen nicht zu spielen. Letzten Endes wurde Lattek wegen des Nichtakzeptierens von Maradonas Verhalten entlassen. Die Stars sitzen auf dem längeren Ast, die ganz großen Kicker werden den Bogen immer wieder überspannen, gefährlich wird es dann, wenn auch Spieler bei kleineren Vereinen das Verhalten an den Tag legen, wie etwa Nikica Jelavic beim SK Rapid.<br />
<br />
In der Glamourwelt des Fußballboulevards ist es aber zugegebenermaßen gerade für junge Spieler schwierig, die Erdung nicht zu verlieren und den Umstand, für sein Hobby fürstlich entlohnt zu werden, richtig einzuordnen. Änderung ist leider keine in Sicht, die Verlockungen des Geldes überwiegen Moral und Ethik, für die Vorbildwirkung ist dies bedenklich.<br />
<br />
Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 17:29:55 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Passend zur Damen-WM: Ein Plädoyer für die Frauen!</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/passend-zur-damen-wm-ein-plaedoyer-fur-die-frauen-r112</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>„Frauen sind grazile Wesen. Kunstturnerinnen finde ich schön. Aber Mädchen, die wie Brauereipferde auf Fußballfeldern rumstampfen- da hört doch alles auf“. Dieser  (nicht datierte) Ausspruch ist keinem Geringeren anzulasten, als Otto „Rehakles“ Rehhagel, immerhin (u.a.) deutscher Meister und Europameister mit Griechenland. </em><br />
<br />
Mario Basler äußert die Bitte, die Frauen mögen den Rasen nicht kaputt treten. Doch fernab von solchen entbehrlichen Aussagen könnte die Frauen WM 2011 dem Sport einen weiteren Aufschwung geben und dazu führen, dass Stammtischparolen endlich komplett zurückgedrängt werden.<br />
<br />
<strong class='bbc'>RESSENTIMENTS GEGEN DEN FRAUENFUSSBALL</strong><br />
<br />
In kaum einer anderen Sportart wird derart beharrlich auf den Unterschied der Geschlechter hingewiesen. Das Spiel der Frauen sei einfach zu langsam und zu wenig körperbetont. Zum ersten haben wir Österreicher schon gar kein Recht fehlendes Tempo als Argument herzunehmen und zum zweiten müssen wir physiologische Vorraussetzungen schlicht akzeptieren. In den meisten anderen Sportarten wird das akzeptiert, dass Frauen beispielsweise „nur“ einen Siebenkampf in der Leichtathletik betreiben, wird zur Kenntnis genommen und die außerordentlichen Leistungen werden verdientermaßen anerkannt.<br />
<br />
Man muss die Weltmeisterschaft in Deutschland als Chance begreifen. Da eine Frauen-WM wohl noch nie so im medialen Fokus gestanden ist, kann man sich ein umfassendes Bild machen. Und wer an der Wertigkeit zweifelt, möge sich das 1:2 der Kanadierinnen gegen die Deutschen auf YouTube zu Gemüte führen.<br />
Ein weiteres Argument gegen den Frauenfußball sind die zuweilen schwankenden Torfrauenleistungen. Also mal ehrlich: Irgendwer England-USA 2010 in Südafrika verfolgt? <br />
<br />
Weiteres Argument: Die Dichte sei viel zu gering, daher ist ein Weltmeistertitel nicht so viel Wert wie bei den Herren. Der Frauenkick ist möglicherweise noch nicht so weit, aber wen wundert‘s? Die Herren der Schöpfung haben mindestens ein halbes Jahrhundert Vorsprung (Stichwort Verbot des Frauenfußballs), um ihren Sport zu entwickeln. Zudem spielt die Dichte auch in anderen (umjubelten) Sportarten eine untergeordnete Rolle. Gerade im schiverrückten Österreich wünscht man sich, dass die Relationen gewahrt bleiben(oder wäre es irgendwo anders möglich, dass in einer Nachrichtensendung zuerst auf die Gold Liz eingegangen wird, bevor man über weltpolitische Unruhen berichtet?)<br />
<br />
<strong class='bbc'>WARUM MAN DIESE WM VERFOLGEN SOLL!</strong><br />
<br />
Die Fans in Deutschland wissen was sie wollen. 720 000 verkaufte Karten sprechen eine eindeutige Sprache. Im Eröffnungsspiel der DFB-Elf war das Berliner Olympiastadion ausverkauft, was zugegebenermaßen auch auf die Favoritinnenrolle der Gastgeberinnen zurückzuführen ist. Dennoch ist der Ansturm ein Schritt in die richtige Richtung. Und wenn ein Titelgewinn der Deutschen dazu führt, dass dem Sport der Respekt zuteil wird, den er verdient, dann ist auch das zu verkraften.<br />
Gerade, wenn der Herrenkick Sommerpause macht, hat man die Muse auch dem weiblichen Geschlecht auf die Beine zu schauen. <br />
<br />
Wie bei den Herren machen auch bei den Frauen die exotischen Teams das Salz in der Suppe aus. Wer freut sich nicht auf die Hammerbegegnung Australien- Äquatorial Guinea (live in ZDF, 3.7.)? Für mich jedenfalls ein Pflichttermin.<br />
<br />
Patrick Redl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 06:18:45 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Challenge: 42 - Fußball bis zum Umfallen</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/challenge-42-fussball-bis-zum-umfallen-r99</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Am 29. Juli 2011 treten zwei englische Fanklubs in einem Fußball-Marathon gegeneinander an, um Geld für eine gute Sache zu sammeln. Sollte der Rekordversuch gelingen, dann winkt zudem ein Eintrag in das Guiness-Buch der Rekorde. Abseits.at wird diese tolle Aktion unterstützen.</em><br />
<br />
Die Spendengelder werden auf zwei Organisationen zu gleichen Teilen aufgeteilt. Zum einen kommt das Geld Zytomegalie-Erkrankten zugute, zum anderen wird die “Freekicks Foundation“ unterstützt, die für schwerkranke Kinder einen unvergesslichen Tag bei ihren Lieblingsvereinen organisiert.<br />
<strong class='bbc'><br />
ZYTOMEGALIE – EINE HEIMTÜCKISCHE VIRUSERKRANKUNG</strong><br />
<br />
Zytomegalie ist eine weit verbreitete Viruserkrankung, die allerdings nur dann gefährlich wird, wenn sich die Mutter während der Schwangerschaft zum ersten Mal mit dem Virus infiziert. Untersuchungen in ganz Europa belegen, dass jede hundertste bis zweihundertste Frau sich während der Schwangerschaft zum ersten Mal mit diesem Virus ansteckt. In 40% dieser Fälle wird die Infektion an das ungeborene Kind weitergegeben, wodurch sich Organschäden bilden können. <br />
<br />
<strong class='bbc'>42 STUNDEN KICKEN – EIN TRAUM FÜR ALLE MASOCHISTEN</strong><br />
<br />
Anhänger von Reading und Fans von Peterborough United treten am 29. Juli gegeneinander an, mit dem Ziel 42 Stunden lang ohne Pause Fußball zu spielen. Es wird fünf gegen fünf gespielt, wobei jede Mannschaft drei Einwechselspieler und einen Trainer hat. Beide Teams dürfen so oft sie möchten die Spieler ein- und auswechseln, allerdings darf es zu keinen längeren Spielunterbrechungen kommen. Die Veranstalter hoffen, dass sie mindestens 5000 Pfund durch dieses Spiel aufstellen können. Die gesamten Spendeneinnahmen werden erkrankten Frauen und Kleinkindern zu Gute kommen. Des Weiteren hoffen die Veranstalter, dass sie mit dieser Aktion diese heimtückische Viruserkrankung stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken können.<br />
<br />
<strong class='bbc'>HÄRTER ALS DIE TOUR DE FRANCE?</strong><br />
<br />
Dieser Bewerb wird allen aktiven Teilnehmern einiges abverlangen. Jeder Spieler wird voraussichtlich zwischen 90 und 120 Kilometer laufen und dabei 15.000 Kalorien verbrennen. Diese Hobbysportler werden ebenso viele Kalorien verbrauchen, wie Profi-Radrennfahrer auf zwei Bergetappen bei der Tour de France. Selbst wenn die Spieler optimal ein- und ausgewechselt werden, muss jeder Akteur mindestens 30 Stunden lang spielen, damit sich der neue Rekord ausgeht. Um in das Guiness-Buch der Rekorde zu kommen müssen die Mannschaften mindestens 40 Stunden lang durchhalten, denn das ist die neue Bestmarke, die zwei Teams vergangenen Monat in Newcastle aufgestellt haben. Wir von abseits.at finden diese Aktion richtig gut und werden die Veranstalter finanziell unterstützen.<br />
<br />
Falls auch ihr diese Aktion unterstützen möchtet, könnt ihr Geld via Paypal spenden: Die Email-Adresse des Veranstalters lautet: victor.schooling@btinternet.com <br />
<br />
Stefan Karger, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Fri, 24 Jun 2011 09:25:53 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title><![CDATA[Die Sau durch's Dorf jagen?]]></title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/die-sau-durchs-dorf-jagen-r90</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Was darf ein Kicker? Wo werden Grenzen überschritten? Wie sollen sich Arbeitgeber verhalten, wenn ihr Angestellter eine dezidierte Straftat begeht? Was können die Konsequenzen sein? Hat ein Fußballverein einen ethischen Auftrag? Welchen Zugang sollen wir Fans dazu haben? All diesen Fragen muss auf den Grund gegangen werden, um ein abgerundetes Bild zu erhalten.</em><br />
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Mark Prettenthaler, 28jähriger Fußballprofi bei Sturm Graz, dem FC Augsburg, dem LASK und zuletzt der SV Ried, hat laut Gerichtsurteil einer jungen Frau in bierschwangerer Stimmung die Nase gebrochen. Sein - mittlerweile Ex - Verein zog die Konsequenzen und löste den Vertrag auf. Eine gute und richtige Entscheidung und einzigartig in Österreich.<br />
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<strong class='bbc'>KAVALIERSDELIKTE</strong><br />
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In unserem schönen Heimatland gehört der Skandal zum guten Ton. Dies beweisen Prominente, zu denen Kicker bereits seit George Best und nicht erst seit David Beckham zu zählen sind, immer wieder. Ein bisserl Krida hier, Herr Rapp, ein wenig Koks dort, Herr Fendrich und ein paar Lügen vor Gericht sowieso, das findet man beispielsweise in der Vita der Herren Westenthaler, Androsch oder Sinowatz. Allesamt sind unsere Promis, Politiker und sonstige Stars und Sternchen meist zu jung, zu schön und zu intelligent, als dass irgendwas passieren würde. Wolfgang Ambros formulierte ja sehr treffend: „Einen Skandal, dann pensioniert werden, kurz - ein echtes Vorbild sein. Dass die sportlichen Promis keine Ausnahme sind, beweisen etwa Somen Tchoyi, Douglas da Silva oder Yasin Pehlivan.<br />
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Die Fußballer scheinen sich ihrer Rolle als Personen des öffentlichen Lebens nicht immer bewusst zu sein. Das wäre ja jetzt noch nicht einmal so schlimm, wenn sich die Fehltritte einerseits auf unsittliches Verhalten, wie etwa Cristiano Ronaldos Anmachkünste, oder schlichte Dummheit, wie etwa Wayne Rooneys Kenntnis über Benzin und Diesel, beschränken würden. Aber sie sind die Vorbilder für Tausende, wenn nicht Millionen, Kinder, die zu ihnen aufsehen, sie bewundern, sie nachahmen. In vielen Entwicklungsländern kommt noch dazu, dass Fußball oder Sport im Allgemeinen der scheinbar einzige Weg ist, dem sozialen Elend zu entfliehen. Ein passendes Paradigma hierfür ist der Stadionname von Manchester United: Theater der Träume.<br />
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<strong class='bbc'>PRÄZEDENZFALL</strong><br />
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Ein passender Szenenwechsel: Wer am Sonntagabend genug von Fußball hat und trotzdem Spitzensport sehen will, wechselt im Herbst oft zu American Football. Da stieß man vor allem in der letzten Saison auf Michael Vick, Quarterback bei den Philadelphia Eagles. Vick saß zwischen 2007 und 2009 wegen illegaler Hundekämpfe im Gefängnis, erhielt als Suspendierter kein Gehalt von der NFL. Er zahlte den Preis für seine Straftat wie jeder andere Bürger, verhielt sich den Behörden gegenüber kooperativ und kämpfte sich wieder zurück. Er gilt mit mittlerweile 31 Jahren als einer der besten Spielmacher der NFL.<br />
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Vick hat seine Strafe bekommen, ebenso wie Prettenthaler, der mehrere 1000 Euro Schmerzensgeld zahlen musste und ebenfalls berechtigterweise seinen Job verlor. Zu erwähnen sei wohl noch, dass sich Prettenthaler noch nicht ganz einsichtig zeigt. Das wird sich hoffentlich ändern, vor allem aus Ehrlichkeit seiner Freundin, seiner Familie und seinem restlichen Umfeld gegenüber. Leider kennt der österreichische Boulevardjournalismus oftmals keine Gnade, wenn selbiger eine tatsächliche Straftat eines Promis als solche wirklich akzeptiert, was ohnehin viel zu selten vorkommt.<br />
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<strong class='bbc'>DÖRFER UND SÄUE</strong><br />
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Es hilft nun nicht, den Verurteilten wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf zu jagen. Prettenthaler hat seine Schuldigkeit getan. Die wirkliche Aufgabe liegt nun bei den Vereinen, die darauf achten müssen, die richtigen Handlungen zu setzen, wenn Spieler Straftaten begehen. Die Kicker sind, wie erwähnt, Vorbilder und auch vor mehr oder weniger großen Namen darf kein Kniefall gemacht werden. Genau so gilt aber auch, dass jeder eine zweite Chance verdient hat. Darum ist zu hoffen, dass Prettenthaler diese auch bekommt, wahrscheinlich bei keinem erstklassigen Verein, vermutlich unter Vorbehalt und definitiv mit finanziellen Einbußen. Gelernt hat er hoffentlich etwas.<br />
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Der gesamte Fußballzirkus hat eine enorme ethische und moralische Verantwortung. Diese ist aber nicht rechtlich bemessbar. Sobald aber Spieler Strafbares begehen, müssen die Vereine handeln, am besten nach Rieder Art. Aber auch der nächste Arbeitgeber soll sich bewusst sein, dass die Strafe nach geltendem Recht erteilt wurde und die Schuld damit mehr oder weniger getilgt ist.<br />
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Georg Sander, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 23 Jun 2011 09:56:36 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Rapid erwartungsgemäß bestraft: Zwei Geisterspiele</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/rapid-erwartungsgemaess-bestraft-zwei-geisterspiele-r41</link>
		<description><![CDATA[Szenen, wie sie unsere heutige Zeichnung darstellen, wird es im Gerhard-Hanappi-Stadion wohl erst Mitte August wieder zu sehen geben. Der Senat 1 verhängte über Rapid die finanzielle Höchststrafe und zwei so genannte "Geisterspiele". Ausgerechnet im Wiener Fußballtempel "St.Hanappi" wird es zu Beginn der neuen Saison Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit geben.<br />
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Die Höchststrafe von 50.000€ war abzusehen, wurde von Rapid im Rahmen des Prozesses einkalkuliert. Der Verein wird zumindest versuchen sich schadlos zu halten, die Platzstürmer selbst zur Kasse zu bitten. Was wiederum einen bürokratischen Krieg verursachen könnte, zumal bekanntlich einige der Protagonisten im Ausland wohnen.<br />
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<strong class='bbc'>ABOS BILLIGER STATT TEURER</strong><br />
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Die Strafe, die Rapid härter trifft, sind die beiden Heimspiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Abgesehen vom logischen Imageverlust haben die "Geisterspiele" auch effektiven, finanziellen Schaden, etwa weil die Jahreskarten billiger verkauft werden müssen als vergangene Saison. Wäre das letzte Heimspiel der Saison 2010/11 nicht gewesen, hätte Rapid die Abo-Preise wieder um einen geringen Betrag angezogen. So muss eine Kostensenkung her - eine Maßnahme, die bei über 10.000 verkauften Abonnements zu einem Schaden in sechsstelliger Höhe führen wird.<br />
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<strong class='bbc'>"ES WIRD ÄNDERUNGEN GEBEN"</strong><br />
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Auch der Verein selbst wird einen neuen Weg in der Fanpolitik einschlagen. Das kündigt Klubserviceleiter Andy Marek heute in seiner Stellungnahme auf der offiziellen Klub-Homepage an. Was auf <a href='http://www.skrapid.at' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>skrapid.at</a> zu lesen ist, mutet vorerst weder kämpferisch noch visionär an. Vorerst schwelgt man in Romantik, betont die positiven Entwicklungen der letzten zehn Jahre, kündigt lediglich an, dass man in zwei Wochen etwas ankündigen wird. <br />
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<strong class='bbc'>SPORT ALS HEILMITTEL?</strong><br />
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Die Liga erwartet Änderungen, die Hand und Fuß haben, effizient sind. Änderungen, die konkret Ereignisse wie beim Derby verhindern können. Die Frage ist nur, wo Rapid überhaupt anfangen sollte. Sind es tatsächlich strengste Änderungen auf dem Gebiet der Fanpolitik, die vielleicht sogar bewusst einen autoritären Keil zwischen Fans und Klub treiben soll, das Verhältnis auf das Prädikat "professionell" - oder romantischer "symbiotisch" - senken soll? Oder sind die eigentlichen Maßnahmen, die derartige Ereignisse verhindern können, sportlicher Natur? Bessere Spieler, ein noch penibler strukturiertes Umfeld, systematischere Nachwuchsplanung. Am Ende stehen immer noch zwei mal elf Spieler auf dem Rasen und der Erfolg ist es, der die Stimmung auf den Rängen bestimmt.<br />
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Die Stellungnahme von Andy Marek kannst du <a href='http://www.skrapid.at/9610+M55e25aa8410.html' class='bbc_url' title='Externer Link' rel='nofollow external'>hier</a> lesen.<br />
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Daniel Mandl, abseits.at]]></description>
		<pubDate>Wed, 01 Jun 2011 20:55:42 +0000</pubDate>
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	</item>
	<item>
		<title>Harte Strafen für hohe Erwartungen</title>
		<link>http://www.austriansoccerboard.at/index.php/page/index.html/_/gesellschaft-ethik/harte-strafen-fur-hohe-erwartungen-r31</link>
		<description><![CDATA[<em class='bbc'>Der amerikanische Unternehmer, Pokerspieler und Buchautor David Sklansky zeigte in einem seiner Bücher auf, dass bei der Bestrafung von kriminellen Delikten oft unlogisch und ungerecht vorgegangen wird. Die Justiz vergisst auf einen wichtigen Faktor, durch den manche Verbrechen lohnenswert werden können.</em><br />
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Im Prinzip kann sich jeder Mensch leicht ausrechnen, ob es sich für ihn auszahlt ein Verbrechen zu begehen. Nehmen wir an sie befinden sich in Geldnot, haben keine moralischen Skrupel und möchten wissen, ob es sich lohnt die Bank um die Ecke zu überfallen. Finden sie heraus wie viel Beute im Durchschnitt bei einem Banküberfall zu erwarten ist, wie hoch die Chance ist, dass die Polizei sie erwischen wird und wie lange die durchschnittliche, zu erwartende Strafe ist. Danach müssen sie lediglich festlegen, um wie viel ihnen ein Monat in Freiheit mehr wert ist, als hinter schwedischen Gardinen.<br />
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<strong class='bbc'>EN KLEINES RECHENBEISPIEL</strong><br />
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In Österreich liegt die Aufklärungsquote bei Banküberfällen bei 50% und die Täter erbeuten im Durchschnitt nur 25.000€. Die Haftstrafe liegt zwischen einem und fünfzehn Jahren. Da sie wahrscheinlich Ersttäter sind, nehmen wir an, dass sie fünf Jahre bekommen werden. Ein Monat in Freiheit wäre für mich mindestens um 5.000€ wertvoller als ein Monat in Haft, diese Zahl müssen sie jedoch für sich selbst festlegen. In meinem Fall würde das heißen, dass sich ein Bankraub nur dann auszahlen würde, den moralischen Aspekt lassen wir bitte ganz beiseite, wenn ich mit einer Haftstrafe von vier Monaten rechnen müsste. Selbst wenn ihnen ein Monat in Freiheit nur um 1000€ lieber ist, als ein Monat in Haft, müssten sie mehr als doppelt so viel erbeuten wie der Durchschnittsräuber, um dieses Verbrechen ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Banküberfälle zahlen sich also fast nur dann aus, wenn sie lieber im Gefängnis, als zu Hause sind! <br />
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<strong class='bbc'>UND WAS HAT DAS BITTE MIT FUSSBALL ZU TUN?</strong><br />
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Gute Frage! Der Vorschlag von David Sklansky lautet, dass man bei der Höhe der Haft- bzw. Geldstrafe berücksichtigt, wie wahrscheinlich es ist, dass der Täter erwischt wird. Dieser Faktor, der letztendlich darüber entscheidet, ob sich ein Verbrechen auszahlt, wird in keiner mir bekannten Rechtsordnung entsprechend gewürdigt. Wenn ein Fußballprofi von der Wettmafia Geld bekommt, um ein Spiel zu manipulieren, dann hat er sehr gute Chancen, dass er nicht erwischt wird, es sei denn er stellt sich extrem blöd an. Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, ob Edin Salkic in einen Wettbetrug verwickelt ist, oder ob er wirklich nur einen Blackout hatte. Sollte er aber eine Manipulationsabsicht gehabt haben, dann wäre es unauffälliger gewesen, einen Gegenspieler im eigenen Strafraum bei einer Standardsituation niederzureißen, als ein solch offensichtliches Handspiel zu begehen. In den meisten Fällen wird eine Manipulation nur schwer nachzuweisen sein, weshalb die Aufklärungsquote sehr gering ist. Laut David Sklansky müsste daher die Strafe umso höher sein, um Menschen mit kriminellen Energien einen Anreiz zu geben, diese Tat doch nicht auszuführen. Leider ist aber das Gegenteil der Fall, denn selbst wenn ein Spieler erwischt wird, dann hat er bis auf eine angeknackste Reputation nicht sehr viel zu befürchten, wie der Fall von Joseph Mensah zeigt. Der ehemalige Mittelfeldspieler von Rot-Weiß-Essen nahm Bestechungsgeld an und versprach eine Partie zu manipulieren. Vor dem Spiel flog jedoch alles auf und der Fußballer wurde zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 50€ verurteilt. Selbst große Wettpaten, die seit Jahren Spiele manipulieren, haben gute Chancen auf einen kürzeren Gefängnisaufenthalt, als sie, sollten sie sich doch entschlossen haben einen Bankraub zu begehen.<br />
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Es darf kein Spieler zum Handkuss kommen, wenn man ihm nicht ohne Zweifel eine Verbindung zur Wettmafia nachweisen kann. Wenn es aber bewiesen ist, dass der Spieler den Ausgang einer Partie manipulieren wollte, dann sollte er nur noch in seiner Freizeit kicken dürfen – und zwar im Gefängnishof!<br />
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Stefan Karger - www.abseits.at]]></description>
		<pubDate>Thu, 26 May 2011 19:03:01 +0000</pubDate>
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